Die optimale Mundreinigung mit Pflanzenöl

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Das Thema zur günstigen Wirkung von Pflanzenölen für die Gesundheit
bliebe unvollständig ohne die Erklärung der Ölziehkur.
Viele von Ihnen (auch ich selbst) praktizieren sie wohl schon seit Jahren.

War all das nur eine Legende? Das weiß ich nicht, aber wie auch immer: Immerhin wurde die uralte, einfache, aryurvedische Ölziehkur damit auch bei uns allgemein und besser bekannt. Seitdem berichten etliche Patienten, die das Ölziehen konsequent praktizieren, von einer deutlichen Verbesserung ihres Befindens. Selbst spüle ich seit Jahren an jedem Abend vor dem Schlafengehen die Mundhöhle sorgfältig mit ein wenig Olivenöl, nach dem Zähneputzen. Viele Schadstoffe, die ansonsten die Leber belasten, sind lipophil (fettlöslich). Zu ihrer allmählichen Ausleitung kann das Ölziehen beitragen. Es gibt aber auch lipophile Schutzstoffe, zum Beispiel das Coenzym Q10, das Vitamin D3, das neuerdings geächtete Betacarotin bzw. Vitamin A. Werden nicht nur fettlösliche Schadstoffe, sondern auch die lipophilen Schutzstoffe mit Ölziehen entfernt? Das ist meines Erachtens nicht zu befürchten, weil der von den Körperzellen benötigte Teil relativ fest an Membranrezeptoren und spezifische Transportproteine gebunden ist. Allerdings sind mir keine quantitativen Untersuchungen zu dieser Frage bekannt. Plausibel wäre aber: 1. Ein Mangel an lipophilen Schutzstoffen könnte durch das Ölziehen weiter verschärft werden. Mein Basisprogramm (siehe Dr. Mohrs Gesundheits- Elemente) sorgt jedoch ausreichend für die Behebung des Mangels an wichtigen lipophilen Schutzstoffen wie Vitamin D und dem Coenzym Q10. 2. Ein eventueller von den Zellen nicht benötigter und im Blut zirkulierender Überschuss könnte jedoch durch das Ölziehen reduziert werden.

Die Anwendung – denkbar einfach

Ein wenig Pflanzenöl, dem Volumen eines Teelöffels entsprechend, wird sorgfältig im Mund, auf und unter der Zunge, an Zähnen und Zahnfleisch entlang, durch die Zahnzwischenräume hin und her bewegt, aber nicht geschluckt und nicht aspiriert (nicht eingeatmet). Danach sollte das Öl, weil Speichel emulgiert wird, opalweiß aussehen – wie Milch. Diese Flüssigkeit darf ebenso wie die Detergenzien-Lösung (Zahncreme) nach dem Zähneputzen – oder Duschwasser – in die Kläranlage kommen.

Das Ölziehen ist eine einfache, unspezifische und höchstwahrscheinlich ungefährliche Kur, deren Wirkung bisher allerdings in Studien nicht nachgewiesen ist. Begeisterte Anwender berichten auch über Linderung oder gar Heilung (Befreiung) von unterschiedlichen Krankheiten, besonders von Allergien, Asthma, Entzündungen, Fibromyalgien, Gelenkschmerzen, Magen- und Darmproblemen und Nahrungsunverträglichkeiten. Ob das Ölziehen zur Verhütung und unterstützenden Therapie von Krebserkrankungen hilfreich sein kann, ist bisher ungeprüft. Erfahrene Therapeuten vermuten eine verbesserte biologische Situation in Mundhöhle und Rachen – unserer Haupteingangspforte. Hier befinden sich sehr viele Bakterien, Pilze und Viren, aber auch Schadstoffe – selbst in den Zahnfleischtaschen und an Gaumen- und Rachenmandeln. Daher sei dort eine Entlastung des Immunsystems zu erreichen. Wie auch immer. Das Ölziehen ist eine sehr einfache, unbedenkliche Kur. Ich bin seitdem von vorher häufigen, schmerzhaften Entzündungen der Mundschleimhaut, der Zunge (Aphthen), des Zahnfleischs befreit, die seit Kindheit bestanden. Bekanntlich können aus derartigen Entzündungen sowohl Krebs als auch Herzerkrankungen resultieren. Selbstverständlich kann das Ölziehen auch morgens und mehrmals täglich erfolgen, sinnvollerweise nach den Mahlzeiten und nach dem Zähneputzen. Beim Ölziehen ist die Lipophilie (Aufnahme fettlöslicher Stoffwechselprodukte aus der Mundhöhle) wichtig. Daher kann hierfür prinzipiell jedes reine Pflanzenöl angewendet werden. Dr. Bruce Fife empfiehlt Kokosöl mit einem Zusatz von 50 mg Coenzym Q10 (siehe Buchempfehlung). Selbst nehme ich gerne ein wenig Olivenöl zum Spülen. Unabhängig von der Art des eingesetzten Pflanzenöls berichten viele Anwender von der positiven Wirkung dieser Kur für ihr Leben und ihre Gesundheit.

 

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.