Aktiver Darmschutz – was essen?

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Genau wie der gesamte Organismus gut versorgt werden will, um leistungsfähig zu bleiben, profitiert der Darm von einer gesunden Lebensweise. Neben einer ausgewogenen Ernährung können spezielle Ballaststoffe und positive Bakterien-Kulturen dabei helfen, den Darm funktionstüchtig zu halten.

Keime für’s Leben

Im Darm leben etwa 500 unterschiedliche Bakterienarten. Behalten die guten Bakterien die Oberhand, können die im Verhältnis wenigen negativen nichts anrichten. Ändert sich jedoch die Zusammensetzung, zum Beispiel durch schlechte Ernährung, Stress oder eine Antibiotikabehandlung, kann es passieren, dass die positiven Bakterien verdrängt werden und die »bösen« den Körper schwächen.
Damit die Darmflora im Gleichgewicht bleibt, benötigen die Bakterien die richtige Nahrung. Sie nutzen die Ballaststoffe, die vom Dünndarm unverdaut in den Dickdarm gelangen. Nimmt ein Mensch zu wenige davon auf, vermindert sich die Zahl der Milchsäurebakterien, eine der besonderes nützlichen Bakterienkulturen, was dazu führt, dass sich Fäulnisbakterien, Hefepilze etc. ausbreiten können. Außerdem nimmt das Stuhlvolumen ab, was zu Verstopfung, Divertikulose oder Hämorrhoiden führen kann. Auch andere Darmerkrankungen haben unter anderem mit einer ungünstig zusammengesetzten Darmflora zu tun.

Ernährungsfahrplan

BildSelbstverständlich ist die Ernährung für die Entstehung von Darmproblemen und Erkrankungen nicht allein verantwortlich. Erbanlagen, Stress, Genussmittelkonsum, Bewegungsmangel usw. mischen mit im Geschehen. Dennoch, wer folgende Punkte beachtet, unterstützt einen gesunden, leistungsfähigen Darm, eine gute Verdauung und sorgt für mehr Wohlbefinden:

Viel Frisches – Bei Frischkost heißt es zugreifen. Obst und Gemüse sollte in allen Variationen gegessen werden, am besten fünfmal am Tag in allen Farben. Zellschützende Stoffe und Ballaststoffe liefern vor allem Kohl, Tomaten, Zwiebeln, Beeren, Zitrusfrüchte.

Vollkorn statt Weißmehl – Brot, Brötchen, Toast, Nudeln bieten dem Körper in der Vollkornvariante mehr Ballaststoffe als Weißmehlprodukte.

Täglich Müsli – Die Kombination aus kernigen Flocken, Nüssen, Samen und Obst ist genau richtig, um die Verdauung in Gang zu halten. Ein Müsli pro Tag als Basis sollte sein.

Wenig Fleisch – Zu viel davon und gleichzeitig zu wenig pflanzliche Kost be-günstigt die Entwicklung von Problemen. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte Krebsforschern zufolge weißes Fleisch, also Geflügel, bevorzugen. Noch besser ist Fisch.

Qualität bei Fetten – Für eine darmgesunde Ernährung sind kaltgepresste Pflanzenöle am besten. Sie liefern wertvolle Fettsäuren und Vitamin E. Die wichtigen Omega-3-Fettsäuren stecken hauptsächlich in Leinöl, alternativ in Seefischen sowie speziellen Pflanzenmargarinen mit Algenzusatz.

Darmpflege – der Begriff ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Jedoch gibt es mehrere Ansatzpunkte die Verdauung in Schwung und den Darm gesund zu erhalten: Wer es mit der täglichen Ernährung nicht schafft, genügend Ballaststoffe aufzunehmen, kann mit Leinsamen, Kleie oder indischem Flohsamen »nachhelfen«. Durch ihre löslichen Ballaststoffe – reichlich dazu trinken, damit sie aufquellen können und nicht hart und faserig bleiben – nimmt das Füllvolumen im Darm zu und signalisiert der Muskulatur, sich in Bewegung zu setzen.