Gesundheit mit dem Bindegewebe

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Was hält uns gesund? Was macht uns gesund? Wer kann in unserer Zeit
noch gesund sein und bleiben? Können Kranke in der heutigen Zeit
wieder gesund werden?

Die hoch spezialisierte, hoch effektive Medizin unserer Zeit geht davon aus, dass das nicht möglich ist. Wer einmal chronisch krank ist, wird es demnach immer bleiben. Bestenfalls kann die Krankheit dann zur Remission gebracht werden. Immer mehr Krankheiten werden aber chronisch progredient. Daher wird immer mehr spezielle Medizin erforderlich. Bestenfalls entsteht so eine Hemmung der Abwärtsspirale, kaum aber wirkliche Gesundheit. »Die moderne Medizin hat derartige Fortschritte gemacht, dass es keine gesunden Menschen mehr geben kann« hatte Aldous Huxley im vorigen Jahrhundert schon festgestellt. Denn aus dem noch so effektiven, immer weiter intensivierten Kampf gegen die Krankheiten entsteht nicht automatisch Gesundheit. Selbstverständlich müssen Kranke bestmöglich behandelt werden. Mehr und mehr werden die Behandlungen standardisiert, von Leitlinien und Spezialisten bestimmt, evaluiert, qualitätszertifi ziert, überwacht und von DMPs (Programmen zum Krankheitsmanagement) begleitet. Manche Krankheit, manches Leid hätte aber nicht zwangsläufi g entstehen müssen. Selbstverständlich ist das auch in der modernen Medizin bewusst. Konsequenz daraus ist der Rat zur Prävention mittels Reduktion von bekannten Risikofaktoren, überwiegend mit Einsatz von Medikamenten. Der zentrale Risikofaktor ist chronische Entzündung, die stets krankheitsfördernd ist, bis hin zu Demenz oder Krebs. Sämtliche Risikofaktoren sind aber im Grund schon erste Krankheitserscheinungen, die von Störungen im inneren Milieu bzw. von Störungen im Bindegewebe ausgehen. Gewiss können derartige Störungen auch genetisch mit bedingt sein. Solche Gene haben unter den kargen Lebensbedingungen unserer Vorfahren mitunter wohl lebensrettend gewirkt. Im üppig ernährten Organismus wirken sie aber krankheitsfördernd: vor allem auf das Entstehen und Fortschreiten von Zivilisationskrankheiten. Wie können wir uns vor Zivilisationskrankheiten bestmöglich schützen? Wie können wir möglichst lange gesund bleiben? Einige Komponenten des Basisprogramms für längere Gesundheit haben sie bereits kennengelernt. Bitte vernachlässigen Sie deren konsequente, sorgfältige und stetige Anwendung nicht. Spürbares Wohlbefi nden damit, samt Besserung kognitiver Funktionen, hilft Ihnen wahrscheinlich weiterhin auf diese Komponenten zu vertrauen. Deren Einsatz kann auch noch hilfreich sein, wenn sie erst im Krankheitsfall angewendet werden: da nicht als Ersatz oder Konkurrenz eingreifender Therapie, sondern als Beitrag zur eigenständigen Gesundheit im Zusammenwirken mit der Natur – synergistisch. Synergistisch mit den Elementen des Basisprogramms wirkt auch die Regeneration des Bindegewebes, die in dieser Ausgabe von reformleben erklärt wird. Hand aufs Herz: wer achtet schon auf sein Bindegewebe? Vielmehr konzentriert sich die Sorge und Angst doch auf lebenswichtige Organe, vor allem auf das Herz und das Hirn. Was keineswegs verkehrt ist. Es ist sinnvoll auf das Herz zu achten und für seine Gesundheit zu sorgen, ebenso für das Gehirn. Gleichwohl sind alle unsere Organe wichtig für Leben und Gesundheit. Und das Bindegewebe ist die Matrix aller Organe; ist die Matrix, die unsere Organe formt, stützt und schützt – die für die Logistik zuständig ist: für den Stofftransport aus dem Blut zu den Parenchymzellen und für deren »Müllabfuhr «. Ist Matrix ebenso der Festigkeit wie der Elastizität unserer Arterien und Lungen, der Beweglichkeit unserer Gelenke, unserer Muskulatur- und der Festigkeit unserer Knochen. Ist zu all dem auch der Haupt-Wirkort unseres Immunsystems und dessen Basisstation. Ob unser Organismus erkrankt oder gesund bleibt, wird nicht nur von negativen oder positiven Umweltfaktoren und genetischen Faktoren entschieden – und nicht nur mental – sondern auch im Bindegewebe. Analog zu Schopenhauers Aphorismus ist das Bindegewebe nicht alles. Aber ohne das Bindegewebe wäre alles nichts. Tragischerweise wird genau dieses Gewebe, dieses System, weder zur Prävention noch zur Therapie der Zivilisationskrankheiten genügend beachtet. Was vor allem bei der Neigung zu Allergien, chronischen Entzündungen, Immunstörungen und bösartigen Erkrankungen, aber auch zu Arteriosklerose, ischämischen Herzerkrankungen, Kardiomyopathien oder Osteoporose sehr wichtig wäre. Von der modernen Medizin werden Hinweise auf Störungen des Wasser- und Elektrolyt-Haushaltes im Bindegewebe oder Übersäuerungen darin für wenig relevant gehalten, mit dem selbstverständlich zutreffenden Verweis, dass der Wasser- und Elektrolythaushalt von den Nieren reguliert wird (falls deren Funktion unbeeinträchtigt ist). Und dass die Nieren für die Ausscheidung der meisten (wasserlöslichen) Stoffwechselendprodukte zuständig sind. Üblicherweise wird daher bei Herz- oder Niereninsuffi zienz, vor allem bei Ödemen (Wassereinlagerungen im Bindegewebe) die Wasserausscheidung mit Diuretika forciert. Allerdings kann die Niere nur diejenigen Schadstoffe ausscheiden, die dahin transportiert wurden. Was im Bindegewebe anderer Organe fest steckt kann da nicht ausgeleitet werden. Zudem hängt die Funktion der Nieren ebenso wie die Funktion der Leber, der die Ausscheidung vieler Stoffwechselendprodukte obliegt, auch von deren Bindegewebe ab, in das ihre spezialisierten Parenchymzellen eingebettet sind, von dem diese Funktionszellen versorgt werden. Wenn das Bindegewebe der Nieren bzw. der Leber entzündet ist, schwindet deren Funktion. Chronische Entzündung kann da fatal werden. Zerstörend wirkt chronische Entzündung aber auch in allen anderen Organen: in Arterien, in Gelenken, in der Haut und den Schleimhäuten, in der Bauchspeicheldrüse, im Darm, in den Lungen, in der Muskulatur, in Nervenzellen und Nervenfasern – und im Gehirn. Der Schlüssel zur Linderung – oder gar Heilung – chronischer Entzündung fi ndet sich nicht in den Parenchymzellen, sondern im Bindegewebe. Es wird ihrer Aufmerksamkeit wohl nicht entgangen sein, dass sämtliche bisher erklärten Gesundheitselemente des Basisprogramms ebenfalls entzündungshemmend wirken, jedoch in unterschiedlicher Weise, auf unterschiedlichen Ebenen. Gerade deshalb ist von deren Zusammenwirken das bestmögliche Ergebnis für die Gesundheit zu erwarten, woran auch eine günstige Darmfl ora (siehe reformleben Ausgabe vier) beteiligt ist. Dazu kommt nun die Pfl ege des Bindegewebes. Prinzipiell, unter natürlichen Bedingungen, mit vegetabiler Ernährung aus Bioanbau, ohne Zivilisationskost und ohne Verzehr von Produkten tierischer Herkunft sowie intensiver körperlicher Bewegung, braucht das Bindegewebe wohl keine besonderen Wartungsmaßnahmen (falls die Aufnahme – auch von gesunden Nahrungsmitteln – nicht übermäßig ist). Unsere Vorfahren, deren Problem häufi ger der Mangel als der Überfl uss an Nahrung war, mussten und konnten demnach nicht viel für die Entlastung ihres Bindegewebes tun. Zumal die Funktionen des Bindegewebes erst im 19. und 20. Jahrhundert genauer erforscht wurden. Doch vorher schon hatten uralte Gesundheitslehren – aus intuitivem und empirisch bestätigtem Wissen – einfache, elementare Maßnahmen zur Regeneration des Bindegewebes entwickelt. In unserer Zeit hat Dr.h.c.Peter Jentschura sein Lebenswerk der Entschlackung des Bindegewebes gewidmet und dazu mit Josef Lohkämper das anregende erfahrungsreiche Buch Gesundheit durch Entschlackung verfasst. Zeitweises Fasten wird von fast allen Religionen für notwendig erachtet, um Achtsamkeit und Konzentration zu fördern. Fasten kann auch zu längerer Gesundheit beitragen. In der Naturheilkunde ist sorgfältig begleitetes Heilfasten ein wirksames Mittel. Unbegleitetes Fasten kann jedoch vor allem für Kranke schädlich sein. Während des Fastens zehrt der Organismus von sich selber und bezieht die Betriebsenergie mittels Lipolyse aus gespeicherten Fetten, die in der Leber zu kurzkettigen Ketonen abgebaut werden. Die Ketonkörper dienen dann als Nährstoffe für alle Organe, auch für das Gehirn. Allerdings können bei längerem Fasten mit dem Einschmelzen von Fettgewebe auch eventuell darin eingeschlossene lipophile Schadstoffe freigesetzt werden. Und bei sehr langem Fasten, wenn die Fettdepots aufgebraucht sind, ist der Organismus gezwungen, auch Proteine zu verbrennen. Woraus Funktions- und Strukturverluste (zum Beispiel der Muskulatur) resultieren können. Medizinisch indiziertes Fasten sollte daher nur mit sorgfältiger Anleitung und Begleitung erfolgen. Dann kann Fasten eine besondere Umstimmung von Körper, Seele und Geist erwirken – und auch eine Entlastung des Bindegewebes. Wie kann aber die Umstimmung im Fasten – und die Regeneration des Bindegewebes – möglichst ganzjährig erhalten bleiben? Die einfachste Möglichkeit dazu – auch für Menschen, die nicht fasten können oder wollen – ist regelmäßiges Wassertrinken. Quellwasser ist unser ursprüngliches Getränk, das primär zur Durchspülung des Körpers sowie zur Aufrechterhaltung des Körperwasserbestands dient. Quantitativ besteht unser Körper überwiegend (75–55 Prozent, mit dem Lebensalter abnehmend) aus Wasser. Idealerweise sollte die Wasserausscheidung durch die Nieren, die Haut und den Darm mit gleich hoher Wasserzufuhr ausgeglichen werden, geregelt vom Durstgefühl. Der gesunde Organismus regelt seinen Wasserhaushalt autonom: bei Wassermangel, bzw. zu hohem Natriumgehalt meldet Durst den Wasserbedarf und gibt den Impuls, Wasser zu trinken. Im Gegenzug wird ein zu hohes Wasservolumen im Kreislauf von gesunden Nieren schnell ausgeschieden. Auf seiner Reise durch den Körper nimmt das Wasser hydrophile Stoffwechselendprodukte aus dem Bindegewebe auf und transportiert sie in die Nieren, zur Ausleitung. Bei kranken Menschen oder im Alter kann sowohl die Nierenfunktion als auch das Durstempfi nden gestört sein. Dann ist sorgfältige Überwachung und Bilanzierung erforderlich. Wenn der Wasserbestand sinkt, ist ausreichende Zufuhr erforderlich. Wenn dagegen bei Kranken mit Herz- oder Nierenfunktionsschwäche Überwässerung entsteht, erkennbar an sprunghafter Zunahme des Körpergewichtes und Luftnot oder an Wassereinlagerungen (Anschwellen von Füßen und Unterschenkeln), ist Ausschwemmung erforderlich. Unbehandelt wird ein Teil des überschüssigen Wassers nachts ausgeschieden, weil die Nieren im Liegen besser durchblutet werden – wodurch häufiger nächtlicher Harndrang entsteht. Wasser ist lebenswichtig. Ohne Wasserzufuhr könnten wir nur noch wenige Tage leben. Umgekehrt ist aber ein Übermaß an Wasser im Körper, aufgrund von Vorerkrankungen, sehr ungünstig. Wie in allem gilt es, das richtige Maß zu finden und einzuhalten. Ziemlich unproblematisch – und erstaunlich wirksam – ist das Heißwassertrinken, wie es schon im Ayurveda gelehrt wurde: zur Ausleitung von Stoffwechselendprodukten (Ama). Hierbei ist die Art und Weise und die Regelmäßigkeit des Heißwassertrinkens (Anleitung siehe unten) entscheidender als die Trinkmenge. Erfahrungsgemäß wird damit das natürliche Durstempfinden und die Nierenfunktion wieder angeregt. Daher entsteht am Beginn einer Heißwasserkur oftmals mehr Harnvolumen als Heißwasser getrunken wurde. Anscheinend – so meine Erfahrung – hat diese einfache Heißwasserkur eine regulierende Wirkung auf den Wasserhaushalt und auch auf das Durstempfinden.

Heißwasserkur

Die Durchführung ist einfach, elementar. Gerade deshalb ist Sorgfalt und Disziplin wichtig. Morgens vor dem Frühstück wird das Wasser (ca. 1 Liter Quellwasser) 10 Minuten lang leicht siedend gekocht. Da es nicht um das Verdampfen des Wassers geht, sollte – um mit möglichst wenig Heizenergie auszukommen – das Kochgefäß dabei bedeckt sein. Während der Kochzeit gibt das Wasser härtegradbildende Salze (Kesselstein) ab und verändert seine intermolekulare Struktur. Nach dem Kochen ist es weicher und aufnahmefähiger. Das heiße, nicht mehr kochende, Wasser wird vorsichtig in eine Thermoskanne gegossen. Während des Tages – vor dem Frühstück beginnend – werden halbstündlich ca. 30 bis 50ml (dem Inhaltsvolumen von drei bis fünf Esslöffeln entsprechend) davon in ein Teeglas entnommen. Und nach Erreichen gut verträglicher Trinktemperatur – möglichst warm, aber nicht extrem heiß – in kleinen Schlucken getrunken. Das reine Wasser hat einen leicht süßen Geschmack. Während eines Tages wird so im Halbstundentakt ungefähr 1 l Wasser aufgenommen. Normalerweise ist ihr Flüssigkeitsbedarf mindestens doppelt so hoch. Daher dürfen – und sollen sogar – weitere Getränke (aber bitte ohne Zuckerzusatz) hinzugefügt werden: vorzugsweise Grüntee und ein wenig – mit Wasser verdünnter – Granatapfel-Muttersaft, sowie ebenfalls zur Pflege des Bindegewebes Birkenblättersaft (Reformhaus).

Gewiss trägt das Heißwassertrinken zur Flüssigkeitsversorgung bei, was besonders für Menschen mit vermindertem Durstempfinden wichtig ist. Das Hauptanliegen des Heißwassertrinkens ist jedoch die Reinigung des Bindegewebes. Zur bestmöglichen Ausleitung der Stoffwechselendprodukte benötigt das Bindegewebe aber nicht nur Wasser, sondern auch die Neutralisierung bzw. Pufferung von Säuren, die aus dem Zellstoffwechsel kommen. Bei anhaltender Übersäuerung des Bindegewebes können chronische Entzündungen entstehen. Dieser elementare Zusammenhang wird selten beachtet. Das Blut von Gesunden ist leicht alkalisch (basisch): pH-Wert 7,40 – in minimaler Schwankungsbreite zwischen pH7,35 und pH7,45 konstant gehalten. Der pH-Wert im Bindegewebe ist – je nach Art und Menge der Nahrung – zeitweise viel niedriger. Weil im Stoffwechsel viel mehr saure Stoffwechselendprodukte als basische entstehen. Jahrzehntelang kann das Bindegewebe die Säurebelastung ertragen und puffern: bis zur Erschöpfung, aus der schließlich chronische Krankheiten erwachsen. Besonders ausgeprägt ist die Übersäuerung bei der heutigen Zivilisationskost mit hohem Anteil tierischer Produkte, aber auch bei einseitiger Getreidekost. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der englische Arzt und Forscher Sir William Roberts schon erkannt, dass im Organismus als Reaktion auf die Säureflut zweimal täglich eine Basenfl ut einsetzen sollte. Diese Bezeichnung und die Frequenz lässt an die Gezeiten der Meere denken, an den Wechsel zwischen Ebbe und Flut, ungefähr im 12 Stunden Takt, seit ewigen Zeiten. Für den Organismus, der nachts schlafen kann und tags aktiv ist, scheint je eine Basenflut morgens und nachmittags optimal zu sein. Basenfluten können mit geeigneter Nahrung erwirkt werden. Basen bildend wirken: Kartoffeln: in der Schale gedämpft, gekocht oder gebacken Möhren (Karotten): roh, gekocht oder Saft Blattsalate Gurken Bananen Feigen Kirschen Himbeeren Hülsenfrüchte Gemüse, auch milchsauer vergoren Kohlarten, vor allem Weißkohl. Am besten basenbildend wirken diese Nahrungskomponenten, wenn sie solitär, nicht gleichzeitig mit anderer hyperkalorischer Nahrung aufgenommen werden. Dass Nahrungsmittel tierischer Herkunft überwiegend säurebildend sind, ist inzwischen weithin bekannt. Schon vor Jahrzehnten wies jedoch der klinische Chemiker Karl O. Glaesel in seinem Werk Heilung ohne Wunder und Nebenwirkungen darauf hin, dass auch mit vegetarischer Vollwertkost (je nach Zusammenstellung), nicht nur aus Brot, sondern auch aus gekeimtem Getreide und sogar aus Obst (je nach Menge) eine latente Azidose (Übersäuerung) entstehen kann. Der naturheilkundlich orientierte Forscher hatte mit genauen Harnanalysen ermittelt, ob und wann Nahrungskomponenten säure- oder basenbildend wirken. Zur verbreiteten Meinung, Obst wirke im Körper stets alkalisierend, sagte er: »Diese Meinung ist nur bedingt richtig … Es kommt auf die genossene Obstmenge und auf die Zusammensetzung der Gesamtnahrung an … Biochemische Vorgänge im menschlichen Organismus lassen die Verbrennung der Obstsäuren nur noch teilweise oder gar nicht mehr zu, wenn zu reichlich Obst gegessen wird. Der Werbespruch Esst mehr Obst und ihr bleibt gesund sollte daher nicht wörtlich genommen werden. Man darf nicht zu viel essen, vielleicht 2–3 Äpfel täglich, am besten eine Stunde vor jeder Mahlzeit….«. Nicht zu viel: das kann in Allem, nicht nur im Essen, der beste Rat sein. Der gilt auch für gut basenbildende Lebensmittel, zum Beispiel für Kartoffeln, die in der Zivilisationskost, zunehmend in Form von Fertigprodukten, eine große Rolle spielen. Wegen des beträchtlichen Kohlenhydratgehaltes sind tägliche Kartoffelmahlzeiten auf längere Sicht der Gesundheit nicht dienlich. Zudem verlieren Salzkartoffeln einen Teil ihrer basenbildenden Mineralien während des Kochens. 2–3 kleine Pellkartoffeln oder Bircher-Kartoffeln pro Woche werden kaum ungünstig sein, aber auch nicht ausreichend zur Basenflut beitragen. Wer gerne Bratkartoffeln oder Reibekuchen ist, mag sie in kleinen Mengen und selten getrost genießen. So ist aber Entsäuerung kaum zu erreichen. Ein reiner Kartoffeltag, an dem nur Pellkartoffeln und rohe Gurkenscheiben gegessen werden, entsäuert wirksam – ist einfach, vegan, wenn auch kein kulinarisches Highlight. Nicht jede(r) von Ihnen wird den reinen Kartoffeltag einmal pro Monat – oder bedarfsweise öfter – absolvieren können oder wollen. Selbst dann bleibt die Frage: was können Sie für die tägliche Regeneration Ihres Bindegewebes tun? Einfach, zuverlässig und preiswert möglich ist das mit einem guten Basenpulver, das aus Calcium-, Magnesium-, Kalium-und Natriumcarbonaten sowie Citraten besteht. In Wasser aufgelöst, entsteht ein sprudelndes Getränk, aus dem CO2 entweicht, während die Mineralien gelöst bleiben. Bei der Auswahl Ihres geeigneten Basenpulvers ist vor allem auf das körpergerechte Gleichgewicht der Mineralien zu achten. In ihrem Reformhaus fi nden Sie die geeigneten Produkte – und die Beratung dazu. Calcium-, Magnesium- und Kaliumcitrate können eine Basenversorgung auch für empfi ndliche Menschen erbringen, die Zitrusfrüchte und andere Obstarten nicht gut vertragen. Darüber hinaus kann mit einem verträglichen Basenpulver an jedem Tag leicht je eine milde Basenflut morgens und nachmittags erzeugt werden: mit je einem knapp gefüllten Teelöffel dieses Pulvers in Wasser morgens vor dem Essen getrunken – auf nüchternen Magen. Regelmäßig. Das wird ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung Ihres Bindegewebes sein. Das entlastet besser wirken kann. Für ihre Gesundheit.

 

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.