Im Bewußtsein der Endlichkeit

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Gibt es Unendlichkeit, Ewigkeit? Menschen erhoffen sie. Was wäre dann Ewigkeit?
Dass alles so bleibt wie es war? Oder gar besser?
Danach sieht es in unserer Zeit gerade nicht aus.

Brauchen wir die Hoffnung auf Ewigkeit, weil ohne diese Hoffnung das Bewusstsein unserer Sterblichkeit schier unerträglich für uns wäre? Tatsächlich wird dieses Bewusstsein in unserer Zeit, mit der modernen Medizin, gerne verdrängt. Der Tod wird dann nicht mehr als natürlich akzeptiert, sondern als Ergebnis ungenügender oder schlechter Medizin betrachtet, als deren Versagen. Könnten demnach – wenn die Medizin optimal funktionieren würde – die Menschen auf der Erde unsterblich ewig leben? Diese Erwartung wird auch von der spezialisiertesten und künstlichsten Medizin niemals erfüllt werden können. Zumal derartiger Erfolg weder für die künstlich konservierten Menschen noch für die Erde gut wäre. Selbstverständlich sollte kein Mensch – und auch kein Tier und keine Pflanze – vorzeitig sterben müssen: nicht vor der Vollendung des Lebenskreises, nicht vor der inneren Bereitschaft dazu. Aus ärztlicher Begleitung vieler hochbetagter und dazu relativ gesunder Menschen weiß ich, dass zu gegebener, dankbar erfüllter Zeit, der Tod akzeptiert und sogar ersehnt wird. Dennoch verlangen und brauchen diese Menschen, die seelisch und geistig gesund sind, keine Sterbehilfe. Der von Ihnen akzeptierte Tod tritt im hohen Alter, ohne äußeres Zutun, von selber ein. Friedlich, oftmals im Schlaf. Von allen Ansprüchen, Belastungen, Pfl ichten und Hinterlassenschaften entbunden so friedlich zu sterben, ist auch mein persönliches Ziel: sei es heute Nacht noch oder vielleicht doch erst nach einigen weiteren Jahren. In dem ich natürlich zu sterben bereit bin, lebe ich bis dahin gelassen. Vielleicht kann ich in jedem verbleibenden Jahr noch eine Stunde oder zwei auf dem Staffelberg sein, der (nicht nur mir) ein besonderer Kraftort ist: am liebsten jeweils zur Osterzeit, wenn am Aufstieg dahin in den Wiesen die Schlüsselblumen blühen und hoch oben die Feldlerchen ihr uraltes Lied singen. Wenn die lichterfüllte Basilika von Vierzehnheiligen besonders inspiriert. Weiter muss ich nicht mehr reisen. Wozu auch? Und selbst wenn ich nur noch ein einziges Mal auf den Staffelberg steigen kann – oder gar nicht mehr: all das Empfinden da bleibt. Vielleicht wird mir deshalb ein – gewiss anmaßender – Wunsch erfüllt: ich möchte (zu welchem Zeitpunkt auch immer) möglichst gesund sterben: natürlich sterben – und dabei bewusst, klar sein – möglichst wenig dement. Zu derartiger Gesundheit bis zum letzten Tag, bis zur letzten Sekunde, möchte das Basisprogramm für längere Gesundheit, das in reformleben erklärt wird, beitragen. Wenn damit gar noch ein paar gesunde Jahre dazukommen, werden wir sie gut und nachhaltig nutzen. Gewiss trägt die mit dem Akzeptieren der Endlichkeit wachsende Gelassenheit zum Gesundsein bzw. zum Gesundwerden wesentlich bei. Diese Gelassenheit – als Gegenpol zu Anspannung, Unruhe, Überforderung Angst – erwächst aus der Entscheidung, die eigene Sterblichkeit wahr- und anzunehmen. Die ganz einfach realistisch ist. In unserer Zeit versuchen jedoch viele Menschen, jeden Gedanken an ihre Endlichkeit aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen, in dem sie all ihre Hoffnung auf den Fortschritt – und da vor allem auf die moderne Medizin – setzen. Die sie als nahezu allmächtig, aber gleichzeitig hochgefährlich ansehen. Zunehmend wird mit der enormen Lebensverlängerung, die mit Hilfe moderner Medizin erreicht werden kann, der Tod als medizinischer Misserfolg gefürchtet. Zutiefst besorgt beschreibt der erfahrene, mitfühlende Arzt Dr. Michael de Ridder, Leiter der Rettungsstelle des Berliner Urbankrankenhauses, in seinem Buch Wie wollen wir sterben? Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der »Hochleistungsmedizin« wie mechanisch mancher Sterbende im Krankenhaus behandelt wurde. Er verurteilt aber nicht und klagt auch nicht an, sondern setzt sich für Sterben im Dialog, dem Wunsch und Willen des Patienten entsprechend, sowie für empathische Palliativmedizin ein. Und verlangt von der modernen Medizin: »Sie muss weit mehr noch als bisher verstehen, dass nicht das Arsenal ihrer Möglichkeiten die Aufnahme oder Fortführung einer Behandlung diktiert, sondern dass es sich gerade umgekehrt verhält: Die Behandlung hat sich nach den Zielen zu richten, die zum Besten des Patienten sind.« Dieses Buch sollte nicht nur von Ärztinnen und Ärzten gelesen und beherzigt werden (zumal sie auch sterblich sind) und von Politikern, sondern von Menschen, die guten Willens sind. Manches Tabu wird davon angesprochen, mit befreiender Wirkung. Jeder Mensch sollte angesichts der Hochleistungsmedizin eine Patientenverfügung erstellt haben. Die meisten Menschen sind mit ihren täglichen Problemen, Dingen, Wünschen, Ängsten und Händeln voll beschäftigt. Daher denken sie kaum an ihren Lebenssinn und ihren Lebensverlauf. Oftmals entsteht dann eine parabelförmige Lebenslinie, ähnlich einem kegelförmigen Berg: nach dem Aufstieg in den ersten Lebensjahrzehnten wird in den vierziger Jahren ein Höhepunkt und Plateau erreicht, von dem aus es mehr oder weniger schnell abwärts geht auf die Nulllinie (Horizontale) oder gar darunter. Dieser Verlauf wird in unserer Zivilisation als normal angesehen – und gleichzeitig der Abstieg, das Alter, gefürchtet. Gewiss wäre eine Lebenslinie idealer, die – wenn auch nicht gerade, sondern in einer Wellenlinie – von links unten nach rechts oben ansteigt und da im, möglichst hohen, Alter endet. Bekanntlich stehen einem solchen Verlauf körperliche Gebrechen entgegen, die mit den Jahren kommen. Von jeher hat die Natur aber im Pflanzenreich hochwirksame Substanzen entwickelt, die auf zellulärer Ebene vor Schäden und Alterungsprozessen schützen. Dafür besonders geeignete Pflanzenarten werden im Basisprogramm für längere Gesundheit erklärt. Besonders wichtig zum Schutz vor chronischen Entzündungen Krebs Demenz ist das Curcumin aus der Curcumapflanze, falls es aus einem gut resorbierbaren Produkt zugeführt wird. Ein derartiges Produkt, das nicht billig, aber dennoch preiswert ist, können Sie in Ihrem Reformhaus finden. Hochresorbierbares Curcumin (500mg/Tag) bessert auch Arthrosen und Entzündungen der Gelenke (Arthritiden) sicherer und wirksamer als synthetische Antirheumatika (200mg Celecoxib oder 50mg Diclofenac pro Tag) wie in Vergleichsstudien festgestellt wurde. Wobei keine ungünstige Auswirkung dieses Curcumins auf das Blutbild sowie die Leber und Nierenfunktion entstand. Prinzipiell besteht zwar, wie bei jedem Mittel, ob natürlicher oder synthetischer Herkunft, das Risiko von Allergien oder Unverträglichkeiten. Das Risiko bei der Einnahme von Curcumin scheint aber sehr gering zu sein. In meiner Praxis, mit vielen Patienten die von Allergien und Unverträglichkeiten betroffen sind, ist bioverfügbares Curcumin bisher stets gut verträglich gewesen. Aus all diesen Gründen (weltweit durch mehr als 2000 seriöse Studien und Erfahrungsberichte bestätigt) ist Curcumin ein ganzheitlich wirksamer und außerordentlich sicherer, gutverträglicher Pflanzenstoff im Basisprogramm für längere Gesundheit. Vielleicht fragen Sie deshalb: was hat ein Naturstoff für längere Gesundheit (im Basisprogramm sind noch elf synergistische) mit dem Akzeptieren der Endlichkeit, also auch der eigenen Sterblichkeit, zu tun? Ist das nicht ein Widerspruch? Ganz im Gegenteil! Unser Leben gewinnt gerade mit dem Bewusstsein seiner Verletzbarkeit und seiner Endlichkeit seinen ganz besonderen Wert. Damit wird jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick kostbar. Daher sollte alles Leben niemals gewaltsam verkürzt, aber auch nicht gewaltsam verlängert werden. Wem das Bewusstsein der Endlichkeit fehlt, der wird seine Lebenszeit oftmals sinnlos vergeuden. Wer glaubt, mittels Ignorieren oder Verdrängen der Endlichkeit – vor allem der eigenen – leichter oder gar besser leben zu können, der irrt sich. Alles, das wir aus dem Bewusstsein verdrängen wollen, gewinnt gerade dadurch düstere Macht über uns. Wird die Gewissheit, dass wir sterblich sind, aus dem Bewusstsein verdrängt, schwindet die Angst vor dem Tod nicht; vielmehr wächst sie, wird übermächtig. Diese Angst kann das Leben völlig beherrschen, kann uns und andere zerstören – und im Tod erst enden. So wie manche unheilbare Krankheit und aller Schmerz erst mit dem natürlichen Tod erlischt. Bei schwerstem Schmerz und Qual wird die Endlichkeit sogar ersehnt – und der Tod als Erlösung empfunden. Verständlicherweise. Das Einverstandensein mit der Endlichkeit und damit auch mit der eigenen Sterblichkeit, bereits in guten Tagen, bewegt sich jedoch auf einer ganz anderen Ebene. Da wird der Tod keineswegs ersehnt, sondern ernst genommen. Da wird der Tod weder als Freund betrachtet, mit dem man sich verbünden möchte, noch als Feind, den man besiegen müsste, geschweige denn könnte. Sondern als Teil des Lebens, der uns von Geburt an begleitet, viele Jahre lang kaum spürbar, aber stets präsent. Viele Körperzellen sterben von Geburt an: mit den Jahren werden es immer mehr. Bis schließlich der Tod im ganzen Organismus eintritt, der von Anfang an, von Geburt an, da war und ruhte. Daher ist der natürliche Tod mehr Kontinuum als abrupter Prozess. Ob dieses Kontinuum von längerer oder kürzerer Dauer sein wird, ob es mehr von Gesundheit oder Krankheit geprägt wird, kann von jedem Menschen (jedoch nicht allein) mitbeeinflusst werden. Die besten und bewährtesten Mittel dafür hat die Natur entwickelt, im Pflanzenreich. Allerdings müssen die besten Mittel sorgfältig, mit Kompetenz, ausgewählt und konsequent angewendet werden, wie im Basisprogramm für längere Gesundheit erklärt. Eines von diesen essenziellen Mitteln ist das Curcumin mit seinen ebenso grundlegenden wie umfassenden, vor ganz unterschiedlichen, häufigen Krankheiten schützenden Wirkungen (s.o. und ausführlicher in reformleben Ausgabe zwei). Aber das ist noch nicht alles. Wir brauchen außerdem Gelassenheit, die aus dem Bewusstsein und Akzeptieren der Endlichkeit erwächst, als Gegenpol zur grassierenden Zwanghaftigkeit und Angstgetriebenheit. Diese Gelassenheit befreit von egoistischen Motiven und Wünschen, von Angst und von Hass. Eine Welt, die nicht mehr zu retten ist, werden wir damit zwar kaum – allenfalls marginal noch –ändern. Aber uns selber. Und mindestens noch ein Apfelbäumchen pflanzen – und schließlich vielleicht im Stehen sterben. Und bis dahin möglichst lange gesund und für andere da sein.

 

 

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.