Klaren Kopf bewahren

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Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts, nach ersten Fortschritten der Agrochemie und der pharmazeutischen Chemie, wollten die meisten Ärzte von der Naturheilkunde nicht mehr viel wissen. Um sich von durchaus hilfreichen und geschätzten, charismatischen Naturheilkundlern abzugrenzen, bezeichneten sie sich selber als Schulmediziner. Auch damals schon waren jedoch einige approbierte Ärzte überzeugt, dass die Naturheilkunde für die Menschen im eskalierenden Fortschritt notwendig wäre. Deshalb entwickelte Dr. Max Bircher-Benner nach seinem Studium der Schulmedizin die Naturheilverfahren weiter. Seine Behandlungsweise charakterisierte er als Ordnungstherapie und seine Klinik als Lebensschule. Die Ordnungstherapie, bestehend aus körperlicher Arbeit und Bewegung im Freien, aus Luftbädern und Wasseranwendungen, aus philosophischem Wissen und fernöstlicher Weisheit, sowie aus natürlicher Vollwertkost, war ihm »wirksames Instrument gegen die Degeneration durch unnatürliche Lebensweise«. Damals schon war ihm bewusst, dass Nahrungsmittel und andere Produkte, die Weißmehl oder raffinierte Zucker enthalten, gesundheitsschädlich und krankheitsfördernd sind. Sozial denkend, ermöglichte er auch »Wenigerbemittelten « eine Behandlung in seinem Sanatorium (zum Preis von 35 Franken pro Woche). Viele Menschen, auch prominente, kamen von weit her, um seinen Rat zu hören und zur Erholung in seine Klinik: Wilhelm Furtwängler, Elly Ney, Hermann Hesse, Thomas Mann, Rainer Maria Rilke. Von deren Wirken wohl viele von uns inspiriert sind. Vor allem bei Hermann Hesse, in »Siddhartha«, »Steppenwolf«, »Unterm Rad«, »Der Glasperlenspieler« (1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet) und dem Gedicht »Stufen«, sowie in dem Roman »Buddenbrooks« (Nobelpreis 1929) und »Der Zauberberg« von Thomas Mann und den Herbstgedichten von Rainer Maria Rilke, ist die Lebensordnung von großer Bedeutung. Auch in Rilkes Ausruf: »Du musst dein Leben ändern« klingt das an. Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie, hat ausgehend von diesem Satz, mit diesem Titel ein Buch geschrieben, dem der Mensch der Gegenwart als über sich hinausgehendes Wesen verstanden wird. Vielleicht ist das Gedankengut der bedeutenden Schriftsteller auch ein wenig von der Ordnungstherapie Becher-Benners mitgeprägt worden. Heute wird Ordnungstherapie aber nicht mehr gelehrt. Heute geht es vorrangig um Krankheitsbekämpfung und Lebensverlängerung. Was zweifellos wünschenswert ist. In der hinzu gewonnenen Zeit wäre aber auch ein Mindestmaß an Gesundheit und Lebensordnung wünschenswert. Mehr und mehr werden wir von außen her bestimmt, von Errungenschaften und Produkten des Fortschritts. Autonomie und Eigenständigkeit schwindet. Viele von uns werden abhängig von neuen Produkten und Technologien – und auch von der modernen Medizin. Dankenswert ist: mit Hilfe der modernen Medizin können viele Menschen, die chronisch krank sind, länger leben. Mittels zahlreicher Leitlinien wird auch die Sekundärprävention verbessert. Sekundärprävention setzt ein, nachdem Krankheit entstanden ist, um deren Verschlimmerung zu verhindern oder zumindest zu lindern. Das ist wichtig und lobenswert. Vielleicht wäre aber vorherige Prävention mit natürlichen Mitteln noch sinnvoller gewesen. Primärprävention zu leisten ist aber nicht die hauptsächliche Aufgabe und die Kernkompetenz der modernen Medizin. Ohnehin ist die Primärprävention Ihre höchstpersönliche Aufgabe. Primärprävention versucht, die Gesundheit möglichst lange zu bewahren und das Entstehen von Krankheiten bestmöglich zu verhindern. Gewiss kann keine Maßnahme auf dieser Welt unsere Gesundheit und unser Leben unendlich lange bewahren. Daher konzentriert sich die moderne Medizin gleich auf die Diagnostik und Therapie der Krankheiten. Weil immer mehr Menschen in unserer Zeit chronisch krank sind, ist sie damit völlig ausgelastet. Meines Erachtens kann Primärprävention zumindest näherungsweise mit bewährten Schutzpflanzen erreicht werden. Lange vor unserer Zeit haben alte Kulturvölker in Asien besondere Pflanzenarten für ihre Gesundheit herausgefunden. Die bestgeeigneten, bewährtesten davon habe ich in mein Basisprogramm für längere Gesundheit aufgenommen. Mit dem Basisprogramm können Sie sehr einfach sehr viel für Ihre persönliche Primärprävention tun. Besonders notwendig ist bestmöglicher Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor Krebs und Demenz. Die im Basisprogramm erklärten Pflanzenarten weisen »merkwürdigerweise « schützende Wirkungen gegen diese völlig unterschiedlichen Krankheitsarten auf. Eine derart universale Wirkung ist in der modernen Medizin natürlich verdächtig. Da gelten nur Mittel mit hochspezifischer Wirkung, die speziell dafür synthetisiert und geprüft wurden, als wirksam. Wenn da außer der spezifischen Wirkung noch andere Wirkungen resultieren, sind das meist ungünstige Nebenwirkungen. Selbstverständlich achtet die moderne Medizin sehr darauf die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Die pflanzlichen Schutzstoffe im Basisprogramm wirken nicht so spezifisch. Dass sie wirken und wie sie wirken, ist wissenschaftlich erforscht und bestätigt. Unsere Körperzellen sind mit den Pflanzenzellen verwandt, wenn auch sehr weitläufig. Allerdings hat das Pflanzenreich mit der Entwicklung von Schutzstoffen eine um Jahrmillionen längere Kompetenz und Bewährung als die Menschheit. Diese Pflanzenstoffe waren schon lange vor den Menschen da. Primär dienten sie zum Selbstschutz ihrer Pflanzenart. Daher sind keineswegs alle Pflanzenarten gleich gut für den Menschen geeignet, manche sind nahrhaft mit geringer Wirkung auf die Gesundheit, manche sind giftig. Und manche Pflanzenarten sind beinahe essenziell für unsere Gesundheit. In einigen Regionen ist die kontinuierliche Aufnahme von Grüntee, Curcuma und Granatapfel lange schon üblich und bewährt, weil Pflanzenarten da gedeihen und kultiviert werden. In diesen Regionen erreichen relativ viele Menschen gesund ein hohes Alter. Heute sind diese Pflanzenarten auch hierzulande und als Frischpflanzensaft (Granatapfel) bzw. als Trockenextrakt (aus Curcuma und Grüntee in veganen Kapseln) ganzjährig preiswert verfügbar. Im Basisprogramm für längere Gesundheit ist der Granatapfel Muttersaft vor allem für den Schutz der Arterienwände zuständig. Gute Durchblutung ist wichtig für die Klarheit im Kopf. Zum Schutz der Nervenzellen empfehle ich Curcumin und Grüntee. Curcumin mit hoher Bio Verfügbarkeit können Sie im Reformhaus Ihres Vertrauens finden – und da auch Grüntee (Sencha) aus Bio Anbau mit hohem Gehalt an Epigallocatechingallat, sowie entsprechende Kapseln. Trotz aller Erfolge der modernen Medizin werden entzündliche und degenerative Nervenerkrankungen (Polyneuropathien, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Macula-Degeneration, Demenz) immer noch häufiger. Curcumin kann Entzündungen, auch der Nervenzellen, mindern. Vom Grüntee ist vor allem die vor Krebs schützende Wirkung bekannt. Eine weitere wichtige Wirkung von Grüntee bestätigte der renommierte Onkologe Professor Werner Hunstein aufgrund seiner Selbstbehandlung. Er war an systemischer Amyloidose erkrankt, die trotz Chemotherapie Fortschritt. Als kaum noch Hoffnung bestand, entschied er sich täglich zwei Liter Grüntee (Sencha) zu trinken. Damit gingen die extrem belastenden Symptome vor allem die Atemnot und die Muskelschwäche deutlich zurück. So konnte er noch sechs Jahre weiter leben und in dieser Zeit seine guten Erfahrungen mit Grüntee mitteilen. Seine Erkenntnisse können vielen Menschen – möglichst frühzeitig – zugutekommen. Die systemische Amyloidose ist eine relativ seltene Erkrankung. Schädliche Amyloidablagerungen finden sich aber auch bei Menschen, die an Demenz, an Morbus Parkinson, an Makula- Degeneration und anderen degenerativen Nervenerkrankungen leiden. Wahrscheinlich ist da chronische Entzündung und Amyloidablagerung die Hauptursache dieser Erkrankungen. Obgleich mit der Anwendung von Curcumin und Grüntee keine Wunder zu erwarten sind, sollte die kontinuierliche Aufnahme dieser Pflanzenarten doch erwogen werden. Daher empfehle (und nehme) ich täglich 150 mg gut bioverfügbares Curcumin und zwei Liter Grüntee (Sencha aus Bioanbau) – und sorge für die Entsäuerung des Bindegewebes. Besonders wirksam bleibt das Epigallocatechingallat, wenn die Grüntee Blättchen unmittelbar vor dem Aufguss mit Zitronensaft angefeuchtet werden. Als Alternative zum Tee sind im Reformhaus auch Grüntee Kapseln erhältlich. Obwohl noch keine großangelegten Studien mit Curcuma und Grüntee durchgeführt wurden, bin ich von der Wirkung dieser Pflanzenarten zum Schutz vor Krebs und Demenz überzeugt.

Unsere Nervenzellen könnten über 100 Jahre lang gut leistungsfähig bleiben. In dieser Zeit sind sie aber von chronischen Entzündungen und von Amyloidablagerungen gefährdet. Dadurch werden Nervenzellen beschädigt oder gar zerstört. Die zu bewahren in unserer Zeit notwendig ist.

  • Wirkt gegen chronische Entzündungen in unserem Organismus, auch im Nervensystem.
  • Epigallocatechingallat aus Grüntee wirkt gegen Amyloidablagerungen. Daher ist es sinnvoll (falls keine individuellen Gegenanzeigen bestehen) diese Pflanzenstoffe möglichst frühzeitig, kontinuierlich und in optimaler Dosierung aufzunehmen. Damit können Sie zur Primärprävention vieler Krankheiten beitragen – und zur Klarheit im Kopf.

Noch nie in der Menschheitsgeschichte, selbst vor einem halben Menschenalter noch nicht, gab es so viele Informationen, so viel Wissen – und so viel Scheinwissen – wie heute. Und die Flut von all dem wächst: nicht linear, sondern exponentiell. Wie kann unser Gehirn, dessen Funktionen lange vor dem Siegeszug heutiger Digitalisierung entwickelt wurden, in der steigenden Informationsflut noch standhalten? Um weiter bestehen zu können, müssen wir stets gut informiert sein. Aus einem Übermaß an Informationen kann aber Chaos im Kopf entstehen. Der Arbeitsspeicher in unserem Frontalhirn ist dann überlastet. Daraufhin nimmt die Gedächtnisleistung, der Antrieb, die Entscheidungsfähigkeit und die Orientierung ab. Manche Menschen berichten dann von einem unangenehmen Gefühl hinter der Stirn, dass sie als Druckempfinden („als ob da ein Luftballon aufgeblasen würde“) verbunden mit Leeregefühl beschreiben. Oder von dem Empfinden, um ihren Kopf sei ein drückendes Band, wie ein eiserner Ring, gespannt. Wenn das Stirnhirn überlastet ist, zirkuliert im Gehirn zu viel Cortisol, dann wächst die Anfälligkeit für Ängste und Depressionen. Angst wiederum lässt die Cortisolspiegel weiter ansteigen. So kann ein Teufelskreis aus unbewältigter Informationsflut, aus Cortisolausschüttung und lähmender, panischer Angst entstehen, der immer schlimmer wird. Schwer betroffen davon ist nicht nur der emotionale Bereich und das Seelenleben: Hohe Cortisolspiegel sind Risikofaktoren auch für das Entstehen von Krebs und Demenz. Auch hier kommen wieder unsere besonderen Schutz Pflanzen ins Spiel: Curcumin wirkt entzündungshemmend, wodurch weniger Cortisol ausgeschüttet werden muss. Und Grüntee wirkt nicht nur gegen Amyloidablagerungen, sondern mit seiner einzigartigen Aminosäure Theanin auch entspannungsfördernd. Unser Frontalhirn braucht in der Informationsflut Entspannung. Zum Gedächtnistraining, als vermeintlicher Schutz gegen Demenz, wird manchmal das Speichern von möglichst vielen Gedächtnisinhalten empfohlen. Damit kann der Arbeitsspeicher aber weiter belastet werden. Weitaus ratsamer ist das Auslagern von Gedächtnisinhalten in externe Speicher. Das kann, muss aber nicht der PC oder das Smartphone sein. Das geht auch handschriftlich mit einem einfachen Notizbuch. Entlastend ist auch das schriftliche Erstellen von Listen („To do -Listen“), in denen alles Wichtige, das getan und erledigt werden soll, notiert wird. Anhand dieser Listen wird klarer erkennbar, was wichtig und was unwichtig ist, was notwendig und was unnötig ist. Dann fällt es leichter, auf unnötiges und überflüssiges zu verzichten. Wenn alle Menschen auf unnötiges verzichten würden, könnte die Erde auch 10 Milliarden davon ernähren – gut ertragen. Für sie selber entsteht mit ihrem Verzicht auf Unnötiges Befreiung und innere Ordnung. Vor allem im Kopf. Statt Chaos im Kopf. Um diese Ordnung zu schaffen, kommen Sie nicht umhin, klar zu unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Mein Anliegen mit reformleben ist, Sie dazu ehrlich, fundiert und seriös zu informieren.

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.