Elementares für die seelische Gesundheit

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seelische Gesundheit

Heute wissen die meisten Menschen ziemlich genau, was nicht gesund ist. Daher sei Ihnen hier die wiederholte Aufzählung erspart.

Vergleichsweise weniger bekannt ist jedoch, was gesund erhält. Das Immunsystem, klar, dass Krankheitserreger abwehrt. Aber das kann auch problematisch sein: das Immunsystem kann sich gegen den eigenen Körper wenden. Die Zahl der Autoimmunkrankheiten: im Bindegewebe, im Gehirn, im Nervensystem und der Darmschleimhaut wächst. Chronische Entzündungen werden häufiger. Es wächst aber auch die Erkenntnis, dass am Entstehen und Verlauf gerade der Autoimmunkrankheiten nervliche, vegetative bzw. seelische Faktoren wesentlich beteiligt sind. Das bedeutet keineswegs, diese Erkrankungen seien allein seelisch bedingt. Es ist aber nie verkehrt, den Maßnahmen für die körperliche Gesundheit (Basisprogramm) ein paar Basics für die seelische Gesundheit zur Seite zu stellen.

Was können Sie selber für ihre seelische Gesundheit tun?

Positiv denken
Der Apotheker (!) Emile Coue entwickelte von 1885 an die bewusste Autosuggestion, die seit dem vielen Menschen außerordentlich hilfreich war. In seiner Apotheke hatte er bemerkt, dass Arznei, die er positiv kommentiert hatte: »Damit werden sie sicher schnell wieder gesund« besser wirkte als die gleiche Arznei ohne diesen Kommentar. Selbstverständlich mussten diese Aussagen auch seriös und fundiert sein. Coue war Naturwissenschaftler, kein Gaukler. Daraufhin lehrte er:

  • Jeder Gedanke in uns ist bestrebt, wirklich zu werden
  • Nicht unser Wille, sondern unsere Einbildungskraft, die Fähigkeit, sich etwas glauben zu machen, ist die bedeutsamste Eigenschaft in uns
  • und dazu die Übung, allmorgens gleich nach dem Aufwachen und all abends vor dem Einschlafen zwanzigmal halblaut zu sprechen.

Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.

Trotz wesentlicher Erfolge wies Emile Coue den Anspruch, ein Wunderheiler zu sein, stets zurück: Nicht ich, sondern sie selber haben die Heilkraft, teilte er mit. Er war ein einfacher, wissenschaftlich und klar denkender Mensch, der die Wirkung der Vorstellungskraft wieder erkannt hatte und deren positive Anwendung lehrte. In unserer Zeit ist aber Emile Coues Wissen, Erfahrung und Lehre weitgehend verschüttet worden. Negative Suggestionen überwuchern die positiven, auch in der modernen Medizin und im Bewerten dieser Medizin. Vielleicht könnte die Besinnung auf die Erkenntnisse eines intelligenten Apothekers aus dem neunzehnten Jahrhundert auch da wieder wirksam sein.

Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts waren von den USA ausgehend die Bücher von Dale Carnegie und Norman V. Peale zum positiven Denken, einer Art Umdeutung, sehr populär und vielen Menschen wohl hilfreich. Coues Methode, die mittels Autosuggestion auf das Unterbewusstsein wirkt, ist stärker.

Selbstverantwortung
Sie selbst haben Heilkraft, nicht ich, hatte Emile Coue gelehrt. Was denken und tun Sie nun, wenn in Ihrem Leben etwas schief geht? Wenn Ihnen Unerwünschtes widerfährt? Suchen Sie dann nach konstruktiven Problemlösungen? Oder fragen Sie erst mal: wer oder was hat das Unheil verursacht? Wer ist schuld daran? Wer ist verantwortlich dafür, dass es mir schlecht geht? Mit diesen Fragen finden Sie Ursache und Schuld in äußeren Dingen sowie bei anderen Menschen. Was manchmal zutreffend sein kann: Nicht immer ist das, was um uns ist und geschieht, und das, was wir aufnehmen, gleich gut für uns. Und nicht immer tun andere Menschen das, was wir für richtig halten. Und kaum eine(r) kann stets von sich sagen, selbst immer das Richtige zu tun.

Auch deshalb bedeutet Selbstverantwortung keinerlei Rechtfertigung, etwas Unrechtes zu tun. Selbstverantwortung bedeutet vielmehr, noch friedlicher, fairer, konstruktiver, sozialer und ethisch korrekter zu leben, als das Gesetz bzw. die Gesellschaft befiehlt.

Mancher Mitmensch mag da befürchten, diese Art von Selbstverantwortung wirke sich für ihn nachteilig aus und er könne damit zu kurz kommen. Bei oberflächlicher Betrachtung kann man das vermuten. Politiker haben zur Selbstverantwortung »ihrer« Bürger und Wähler mitunter eine ambivalente Einstellung. Tatsächlich ist Selbstverantwortung nicht nur für den Erhalt und den Bestand der Gesellschaft erforderlich, sondern auch für die eigene seelische Gesundheit. Menschen, die Mitverantwortung übernehmen, können auch körperliche Krankheiten besser überwinden. Es gibt aber auch Risiken.

Neuerdings verstehen hoch informierte, intelligente Patientinnen und Patienten, deren medizinische Erfahrung vor allem aus Selbstbeobachtung kombiniert mit Informationen aus dem Internet erwachsen ist, ihre Selbstverantwortung als eine Art Zwang, ihre eigene Therapeutin/ Therapeut sein zu müssen. Oftmals geht das sehr gründlich schief und führt zu chronischer Krankheitsfixierung. Für den Körper bedeutet mir selber Verantwortung, mit sinnvoller Prävention (meinem Basisprogramm für längere Gesundheit) das Risiko, krank zu werden, so flach wie möglich zu halten. Was bisher ganz gut gelungen ist: im siebenundsechzigsten Lebensjahr kann ich noch 12-14 Stunden pro Tag für meine Patienten arbeiten. Wenn trotzdem irgendwann eine Krankheit bei mir einträte, würde ich deren Therapie vertrauensvoll meinen Kolleginnen und Kollegen überlassen. Lieber noch möchte ich aber mit meiner Prävention und Selbstverantwortung möglichst lange gesund und klar im Kopf bleiben.

Achtsam und bewusst leben

Es scheint einfach, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche und von Jahr zu Jahr dahin zu leben, in der Hoffnung, dass alles so bleibt, wie es war. Diese Hoffnung ist nicht realistisch. Nichts bleibt wie es war. Allenfalls in unangenehmen, belastenden Situationen entsteht der Wunsch nach Neuorientierung und Veränderung. Ein altes Sprichwort mahnt schon:

Wir leben so dahin
und nehmen nicht den acht,
dass jeder neue Tag
das Leben kürzer macht.

Müssen wir deshalb angesichts des Bewusstseins, dass unsere Tage gezählt sind, in Angst, Panik und Trübsal verfallen? Das wäre genauso töricht wie das Verdrängen des Wissens von unserer Endlichkeit – und dazu des Wissens, dass etliche von unseren Kräften von der Lebensmitte an nicht mehr zu-, sondern tendenziell abnehmen. Mit diesem Wissen können wir dankbar für jeden guten Tag sein – und auch für Tage die nicht so gut scheinen.

Mit jedem Tag, ob für gut oder schlecht befunden, kommen wir unserer Endlichkeit ein Stück näher. »Unser Leben währt 70 Jahre und wenn‘s hoch kommt, sind‘s 80 Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon «, weiß der Psalmist (Psalm 90,10).

Dessen Jahrtausende alter Realismus auch von der modernen Medizin mit extremem Aufwand nicht weit hinausgeschoben werden konnte: im Jahr 2015 wurde in Deutschland für neugeborene Mädchen eine Lebensdauer von 82,8 Jahren und für Jungen eine Lebensdauer von 77,8 Jahren prognostiziert. Hoffen wir, dass die Umweltzerstörung oder irgend eine andere Katastrophe keinen Strich durch die Rechnung macht. Das Durchschnittsalter von Frauen, die 2014 in Deutschland gestorben sind war 81,4 Jahre und von Männern 74,7 Jahre. Wenn Sie bereits älter geworden sind, haben sie wahrscheinlich einiges richtig gemacht und dazu Glück gehabt. Bleiben Sie gerne auch weiterhin gesund.

Umgerechnet liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei rund 28.800 Tagen. Angesichts dieser überschaubaren Zahl, die nachdenklich macht, ist es ratsam, jeden einzelnen Tag achtsam, bewusst und dankbar zu erleben. Bestimmt gibt es an jedem Tag Einiges, für das wir dankbar sein können. Mit dieser Dankbarkeit wird Belastendes, das jeder Tag ebenfalls mit sich bringt, leichter bewältigt.

Bewältigungserfahrung

Oftmals stehen wir vor Herausforderungen und befürchten: das kann ich nicht bewältigen, nicht schaffen. Mit dieser Furcht werden wir unsere Probleme schwerlich – oder gar nicht – lösen können. Gewiss können wir nicht alle Probleme, die in uns und um uns sind, stets ganz allein lösen. Ab und an wird die Mithilfe von vertrauenswürdigen Menschen und Experten erforderlich sein. Ohne eigenes Mitwirken bleibt aber auch die beste Hilfe oft vergeblich. Manchmal wird vertrauenswürdige Hilfe sogar blockiert. Für das Mitwirken wäre Selbstverantwortung, Vertrauen und Bewältigungskompetenz erforderlich gewesen. Die Motive hinter der Blockade sind den Leidenden, meist selber nicht bewusst – und daher umso mächtiger. Das können ungelöste Konflikte sein oder tief sitzendes Misstrauen oder diffuse Ängste, aber auch manches, das uns geschäftstüchtig eingeredet wird. Wenn diese Blockaden nicht erkannt und aufgelöst werden, wird die Situation immer schwieriger und schlimmer – und die Probleme unlösbarer.

Vertrauen in die eigene Probleme konstruktiv lösen zu können

Einen Ausweg aus diesem Teufelskreis hat der kanadische Psychologe Albert Bandura (der auch einer kleinbäuerlichen, mühsam arbeitenden Familie entstammte) mit seinem Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung (perceived self-efficacy 1977) aufgezeigt. Es geht da um die uralte Frage, ob wir stets Opfer äußerer Bedingungen und Umstände, von unkontrollierbaren Faktoren, sein müssen – oder all das selber mit beeinflussen können: dann bitte zum Besseren. Dazu hatte Albert Bandura erkannt: wer darauf vertraut, eigene Probleme konstruktiv selbst lösen zu können, wird eine höhere Bewältigungskompetenz entwickeln. Natürlich war diese Erkenntnis nicht völlig neu. Unsere Vorfahren waren stets darauf angewiesen, ihre Probleme so weit wie möglich selber zu lösen. Und das immer weiter und besser, trotz etlicher Rückschläge. Wobei auch die Volksmedizin und die Naturheilkunde entstand. Und schließlich − zur Lösung von Problemen die aus der Industrialisierung erwuchsen − die Lebensreform.

Den Menschen in unserer Zeit wird ihre Selbstlösungskompetenz von manchen Experten, Funktionären und Politikern gern abgesprochen. Umso wichtiger ist es, an Banduras Erkenntnisse zu erinnern. Selbstverständlich muss die Selbstwirksamkeitserwartung möglichst realistisch und konstruktiv sein. Am besten trainieren Sie das, wenn Sie sich an jedem Tag eine Aufgabe vornehmen, die Sie bisher gemieden oder hinausgeschoben haben. Beginnen Sie aber nicht mit einer Herkules-Aufgabe, für die sie längere Zeit brauchen und auch dann kaum schaffen werden. Fangen Sie besser mit einer kleinen notwendigen Aufgabe pro Tag an, mit einer kleinen Veränderung zum Besseren, über deren Erreichen Sie sich abends selber Rechenschaft ablegen. Um sie zukünftig beizubehalten. Welche Veränderungen für Sie notwendig sind, wissen Sie selber am besten. Jede Veränderung zum Besseren wird Sie stärker machen.

Vertrauen

»Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser«. Lenin (Wladimir Iljitsch Uljanow), der ein zutiefst misstrauischer, kontrollierender Mensch (und Revolutionär) war, hat das behauptet. Er entstammte einer sehr wohlhabenden Familie. Bedauerlicherweise verlor er frühzeitig einen Teil der Kontrolle über seinen eigenen Körper: In seinem 52. Lebensjahr erlitt er einen Schlaganfall, an dessen Folgen er zwei Jahre später verstarb. Kein noch so mächtiger Mensch kann alles unter ständiger Kontrolle haben, auch seine Gesundheit nicht. Gerade für die Gesundheit, nicht nur für die eigene sondern auch der Mitwelt und Umwelt, können wir jedoch selber, mit Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit (s.o.) Einiges tun. Im Vertrauen.

Urvertrauen (von dem Psychoanalytiker Erik H. Erikson erstmals in 1950 beschrieben), das in der frühen Kindheit aufgebaut wird, ist für die weitere Entwicklung und Resilienz (die innere Bewältigungskraft) höchst bedeutsam. Das Urvertrauen prägt unsere Einstellung zur Umwelt, zu Mitmenschen, zur Gemeinschaft und zu uns selber (unser Selbstvertrauen).

Macht uns das Vertrauen dann naiv und realitätsblind? Vielleicht ein wenig naiv. Das kann aber angesichts der Komplexität und der Fassadenhaftigkeit sowie der Verrücktheit und Zwanghaftigkeit unserer Zeit durchaus intelligent sein. Hatte doch in Hans Christian Andersens Märchen von Des Kaisers neue Kleider erst ein naives Kind erkannt, dass der Kaiser völlig nackt war.

Vertrauen mag naiv scheinen, ist aber keineswegs blind. Während Misstrauen zu Vor- und zu Fehlurteilen führt.

Dankbarkeit

Am Ende seines erfüllten Lebens, von schwerer Krankheit betroffen, hat uns der Arzt und Autor (Awakenings: Zeit des Erwachens) Oliver Sacks ein inspirierendes Büchlein hinterlassen. Dessen Titel ist: »Dankbarkeit«. »Ich kann nicht behaupten, ohne Furcht zu sein«, schreibt Oliver Sacks. »Doch mein vorherrschendes Gefühl ist das der Dankbarkeit. Ich habe geliebt und wurde geliebt, ich habe viel bekommen und ein wenig zurückgegeben; ich habe gelesen und ferne Länder bereist und gedacht und geschrieben… Vor allem aber war ich ein fühlendes Wesen, ein denkendes Tier auf diesem schönen Planeten, und schon das allein war ein wunderbares Privileg und Abenteuer. Und dann: plötzlich sehe ich alles viel deutlicher. Mir bleibt keine Zeit mehr für Unwichtiges… Nicht dass ich gleichgültig geworden wäre, ich bin nur nicht mehr so ans Leben gebunden…«

Dankbarsein, für das was war, und Urvertrauen stärkt unsere Bewältigungskompetenz (s.o.). Übrigens hängt Dankbarkeit mehr von unserer Einstellung ab als von dem was für uns getan wird und uns gegeben wird. Wer meint, »wenn ich dies oder jenes bekäme, wenn alle meine Wünsche erfüllt würden, würde ich auch dankbar sein« hat diese Einstellung noch nicht gefunden. Wirkliches Dankbarsein ist bedingungslos. Selbstverständlich, das muss in Zeiten des Terrors betont werden, steht sie gegen Unrecht, Hass und Gewalt aller Art.

Oliver Sacks war dankbar für all das, was er als Arzt, Neurologe, Autor und Mitmensch für Mitmenschen tun konnte. Als er seinen Tod nahen spürte, konnte er auf ein erfülltes Leben zurück schauen und mit seiner Dankbarkeit erleichtert und gelassen sein. »In den letzten Tagen gelang es mir, mein Leben wie aus großer Höhe zu betrachten, als eine Art Landschaft, und mit einem vertieften Empfinden für die Beziehung zwischen allen ihren Teilen.« Oliver Sacks starb am 30. August 2015 in seinem 82. Lebensjahr.

Gelassenheit

Wer gelassen ist, kann auch in schwierigen Situationen und Zeiten ruhig konzentriert mutig bleiben und einen klaren Kopf bewahren, statt hilfl os in Angst und Panik zu verfallen. Nicht nur zum Bewältigen von Schwierigkeiten ist Gelassenheit stets ein guter Begleiter. Meine Gelassenheit ist mir auch dann wichtig ,wenn ich mit Euphorie oder Übertreibung, mit Überforderung und Stress mit Missgunst oder Aggressivität von Mitmenschen konfrontiert bin. Nicht nur auf der Straße als Autofahrer begegnen uns manchmal extrem aggressive Mitmenschen. Missgunst und Neid, sogar Hass und Terror, ist derzeit allgegenwärtig.

Gelassenheit macht freier von Angst. Terror ist kein Ausdruck von Gelassenheit, sondern von autodestruktivem Zwang. Terroristisch war schon die mittelalterliche Inquisition, die sich auf ihre eigene Interpretation der christlichen Religion grausam berief. Würde deren Gott derartigen Hass und Grausamkeit befehlen, wäre er kein guter Gott, sondern ein schrecklicher Lebenszerstörer. Ist der allmächtige Schöpfer des Lebens und der Liebe da missverstanden worden?

Gelassenheit ist der Gegenpol zum Narzissmus

Im ursprünglichen Wortsinn bedeutet Gelassenheit, sich auf Gott verlassen zu können. David Hume, der Philosoph der frühen Aufklärung aus Schottland schrieb im April 1776, als er seinen Tod nahen fühlte, heiteren Sinnes: »Weniger ans Leben gebunden kann man kaum sein als ich gerade«.

Weniger ans Leben gebunden sein, auch so wächst Gelassenheit. Aus nächster Nähe habe ich das von meinem Vater gelernt, der von seinem 18.–21. Lebensjahr als Panzerfahrer nach Russland rekrutiert worden war und danach, zurück in der Heimat, unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit sein Ingenieurstudium absolvieren konnte. Erfolgreich in seinem Beruf, persönlich bescheiden, sparsam und naturverbunden – und stets für seine Familie sowie für Hilfesuchende sorgend – blieb er geistig und körperlich fit bis in sein 88. Lebensjahr. Da angekommen, beschloss er, nicht mehr an sein Leben gebunden zu sein und nicht mehr sorgen zu müssen – und starb bald danach friedlich und gelassen im Kreis seiner Familie, in seinem Haus. Im Vorjahr hatte er noch im nahen Wald, seinem Kraftort, flotten Schrittes laufen können.

Gelassenheit ist der Gegenpol zum Narzissmus und der daraus resultierenden Selbstverwirklichungsideologie unserer Zeit. Gelassenheit erwächst, wenn wir unser Leben von seinem Ende her verstehen. Dieses Verstehen befreit von Ängsten und Zwängen.

Gelassenheit ist – am besten zusammen mit den vorher skizzierten Einstellungen – ein Faktor für die Gesundheit von Seele und Körper. Wie notwendig und hilfreich diese Einstellungen sein können, habe ich in jahrzehntelanger Arbeit für, mit und von meinen Patienten gelernt. Natürlich war da beiderseitiges Verständnis und Vertrauen erforderlich. Das stetig gewachsen ist. Nun vertraue ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in reformleben neben meinem Basisprogramm für längere Gesundheit des Körpers auch noch einige einfache Elemente für die seelische Gesundheit an.

Möge beides in und mit Ihnen gut zusammenwirken.