Coenzym Q10: Unverzichtbar für die Energiegewinnung

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Coenzym Q10

Immer mehr Menschen klagen über Energielosigkeit, Kraftverlust und Tagesmüdigkeit. Eine Ursache dieser Symptome kann eine Atemstörung im Schlaf (Schlaf-Apnoe) sein, welche diagnostischer Klärung und adäquater Therapie bedarf. Atemaussetzer im Schlaf weisen auf derartige Störungen hin, werden aber von den Betroffenen selbst kaum bemerkt. Energie- und Kraftlosigkeit sowie Muskelschwäche kann aber auch aus verminderter mitochondrialer Aktivität resultieren. In den Mitochondrien der Körperzellen wird aus den Fetten bzw. Kohlenhydraten der Nahrung die erforderliche Betriebsenergie gewonnen. Deshalb werden Mitochondrien als »Kraftwerke« der Zellen bezeichnet. Unverzichtbar für die Energiegewinnung in den Mitochondrien ist das Coenzym Q10.

Ab etwa dem 40. Lebensjahr nimmt die Eigenproduktion von Coenzym Q10 allmählich ab

Obgleich unverzichtbar, gilt Coenzym Q10 aber nicht als essenziell, da es vom Organismus selbst hergestellt werden kann. Der Organismus kann es aus Tyrosin (einer Aminosäure) und Mevalonsäure bilden, falls die erforderlichen Enzyme funktionsfähig sind. Deshalb hoffte man, dass stets genügend Coenzym Q10 in den Körperzellen vorhanden sei. Ungefähr vom 40. Lebensjahr an nimmt jedoch die Eigenproduktion von Coenzym Q10 allmählich, manchmal auch sprunghaft, ab. Noch mehr nimmt sie ab, wenn ihr als Baustoff für das Coenzym Q10 Mevalonsäure fehlt.  Diese cholesterinsenkenden Medikamente hemmen nicht nur die Bildung von Mevalonsäure und Cholesterin, sondern auch von Coenzym Q10.

Die Cholesterinspiegel (sinnvollerweise LDL) im Blutserum werden regelmäßig und ziemlich häufig kontrolliert – aber die Coenzym Q10 Spiegel selten oder nie. Deshalb wird ein Coenzym Q10 Mangel gar nicht – oder sehr spät erst – bemerkt: Nach dem Auftreten einschlägiger Symptome, wenn bereits Energielosigkeit und Muskelschwäche entstanden ist. Dann können aber etliche Mitochondrien bereits ausgebrannt und verloren sein. Soweit sollte man es möglichst nicht kommen lassen. Zumal irreversibel geschädigte Mitochondrien nicht mehr ersetzt werden können.

Alle Mitochondrien der Körperzellen stammen von der Eizelle der Mutter ab

Von Geburt an sind unsere Körperzellen mit Mitochondrien ausgestattet. Ohne Mitochondrien könnte selbst aus allerbester Nahrung keine Betriebs- und Funktionsenergie für den Organismus freigesetzt werden. Alle Mitochondrien in unseren Zellen, bei Frauen und bei Männern, stammen von deren Mutter, aus der Eizelle. Mit jeder Zellteilung teilen sich auch die Mitochondrien.

Daher wird jeder neuen Körperzelle – falls keine Schädigung eintrat – die gleiche Zahl von Mitochondrien zugeteilt. Schwer geschädigte Mitochondrien gehen aber zu Grunde und können nicht mehr ersetzt werden. In diesem Fall werden die folgenden Zellen in diesem Organismus entsprechend weniger Mitochondrien enthalten – und deshalb weniger Energie gewinnen können. Dieser Prozess ist leider unumkehrbar. Wir sind auf die Bewahrung unserer Mitochondrien angewiesen. Bei fortschreitendem Schwund der Mitochondrien resultiert Energielosigkeit und Altersschwäche.

Wie schützen wir unsere Mitochondrien

Daher ist es wichtig, den ursprünglichen Bestand an Mitochondrien so gut und so lange wie möglich zu bewahren. Wenn der Organismus die erforderliche Energie stetig aus Omega-3-Fettsäuren und mittelkettigen gesättigten Fettsäuren bezieht, werden die Mitochondrien geschont. Beschädigt werden sie hingegen von oxidativen Schadstoffen und freien Radikalen, die aus der Umwelt, aber auch aus dem Stoffwechsel kommen. Oxidativer Stress kann nicht vollständig reduziert werden. Umso sinnvoller ist es, die Mitochondrien aktiv zu schützen.

Diese Pflanzenstoffe sind zum Schutz der Mitochondrien geeignet:

  • Catechine aus Grüntee und Granatapfel
  • Curcumin
  • Alphalinolensäure aus Leinöl
  • DHA aus Algenöl.

Wobei diese Schutzstoffe am besten bei kontinuierlicher Aufnahme und im Verbund miteinander wirken. Und dann nicht nur für die Mitochondrien und die Zellen wirken, sondern auch für den Gesamtorganismus – vor allem zum Schutz vor Krebs und Demenz. Deswegen sind diese besonderen, bewährten Pflanzenstoffe im Basisprogramm für längere Gesundheit integriert.

In der ersten Lebenshälfte kann der Organismus wohl selber genug Coenzym Q10 bilden. Dann ist auch genug Energie und Kraft vorhanden. In der zweiten Lebenshälfte nimmt aber die Eigenproduktion anscheinend ab wodurch die Zellenergie und die Kraft und damit die Lebensenergie schwindet.

Ich empfehle ab dem 45. Lebensjahr die Nahrungsergänzung mit 50-100ml Coenzym Q10 pro Tag

Deshalb empfehle ich vom 45. Lebensjahr an die alltägliche Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10. Aus der Nahrung selber können 3-5 mg pro Tag bezogen werden, aus raffinierten Nahrungsmitteln allenfalls Spuren. Als optimal für die Funktion und Bewahrung der Mitochondrien werden 50-100mg Coenzym Q10 pro Tag, bzw. 1mg pro Kilogramm Körpergewicht angesehen – und bei besonderen Belastungen mehr.

Zur Prävention von Zivilisations- und Alterskrankheiten, vor allem zum Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen, vor Morbus Parkinson und Demenz, sowie in der komplementären Therapie von Diabetes mellitus, von Herzmuskelschwäche von Krebs und Demenz können 100mg Coenzym Q10 in Einzelfällen sogar mehr sinnvoll sein.

Coenzym Q10 ist gut verträglich. In einer Studie, die mit 2664 Probanden durchgeführt wurde, waren bei Einnahme von Coenzym Q 10-100mg pro Tag nur sehr wenige (ca. ein Prozent) von Unverträglichkeiten (Appetitstörung, Durchfall, Übelkeit, Unwohlsein) betroffen. Im Vergleich mit synthetischen Mitteln, aber auch mit anderen Naturstoffen ist diese Quote sehr niedrig – und unter Placebo Niveau. Darüber hinaus dürften auch objektive schädliche Nebenwirkungen kaum zu befürchten sein: Ist doch das Coenzym Q10 für unsere Körperzellen unverzichtbar. Vom streng prüfenden National Cancer Institute der USA wurde Coenzym Q10 als nicht schädlich befunden.

Eine Studie ergab, dass Coenzym Q10 gut verträglich ist

Es gibt bisher von der offiziellen Medizin keine Empfehlung zur Anwendung von Coenzym Q10, da es vom Organismus selber gebildet wird. Ob die Eigenbildung und der Bestand an Coenzym Q10 ausreichend ist, wird individuell allerdings selten oder gar nicht ermittelt.

Weil Coenzym Q10

  • unverzichtbar für die Energiegewinnung, die Mitochondrien und die Zellen ist und in physiologischen Dosierungen höchstwahrscheinlich
  • unschädlich ist,

empfehle ich die Nahrungsergänzung mit 50-100mg Coenzym Q10 pro Tag zusammen mit den anderen Schutzstoffen des Basisprogramms für längere Gesundheit. Falls keine individuelle Unverträglichkeit oder Allergie dagegen besteht. In meiner Praxis zumindest sind Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Coenzym Q10 während dreißigjähriger Anwendungszeit nicht aufgetreten.

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.