Knoblauch – als Heilpflanze anerkanntes Gewürz

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Der Siegeszug der gesunden Mittelmeerküche hat Knoblauch hierzulande heimisch gemacht. Es gibt ihn mittlerweile bei nahezu jedem Gemüsehändler – wenn auch noch nicht alle Verbraucher Knobi für sich entdeckt haben. Grund ist die Schwefelverbindung Allicin, Hauptwirkstoff des Knoblauchs und sowohl für den starken Geruch verantwortlich, der manche Menschen abschreckt, als auch Quelle der lebensverlängernden antioxidativen sowie keimtötenden Eigenschaften der Superknolle.

Vor allem das Blutgefäßsystem profitiert von dem als Heilpflanze anerkannten Gewürz mit dem aromatischen Öl. Seine Bestandteile wirken hauptsächlich auf zwei Wegen krankhaften Veränderungen der Adern entgegen. So konnte eine blutverdünnende Aktivität nachgewiesen werden, die zur Folge hat, dass das Blut langsamer gerinnt und Blutgerinnsel nicht so leicht entstehen. Zudem wird ein übermäßiges Zusammenkleben der Blutplättchen verhindert. Das Blut kann also ungehinderter durch das Netz der Adern fließen, der Körper wird besser durchblutet, was das aktuelle Wohlbefinden steigert und langfristig Arteriosklerosegeschehen vorbeugt. Die bessere Durchblutung kommt gleichzeitig dem Gehirn zugute und ist vermutlich im Hinblick auf die Verhinderung altersbedingter Augenerkrankungen interessant.

BildKrebshemmende Eigenschaften:

Die krebshemmenden Eigenschaften des Knoblauchs gelten inzwischen als wissenschaftlich erwiesen. Dies trifft vor allem auf die Verdauungsorgane zu, gefolgt von der Lunge und den Geschlechtsorganen. Und wieder sind zwei Ansatzpunkte zu erkennen: Zum einen verringern aus dem Allicin entstehende Substanzen das Angriffspotential krebserregender Stoffe, beschleunigen deren Beseitigung, so dass das Erbgut weniger geschädigt wird, zum anderen sind sie in der Lage, Krebszellen in ihrem Wachstum zu stören, ihr Absterben zu fördern und der Ausbreitung von Tumoren entgegenzuwirken. Traditionell wird Knoblauch gegen krankmachend Mikroorganismen und Parasiten verwendet, also Bakterien, auch Borrelien, Viren, Pilze, Amöben, Würmer. Zu Recht, wie sich mehr und mehr bestätigt. Knoblauch kann als natürliches Antibiotikum bezeichnet werden, das im Gegensatz zu anderen die nützlichen Darmbakterien nicht mit kaputt macht.

Da die Darmflora den größten Teil des menschlichen Immunsystems ausmacht, leistet Knoblauch somit gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der Immunabwehr. Ein intaktes Darmmilieu ermöglicht außerdem eine bessere Aufnahme und Verwertbarkeit von Nährstoffen, bedeutet es kommt mehr „Gescheites“ bei den Zellen an, was insgesamt der Gesundheit zugute kommt.

Knoblauch-Dragees:

Um von den langfristigen Auswirkungen zu profitieren, ist eine regelmäßige Zufuhr Voraussetzung. Wem das nicht schmeckt oder wer um seine sozialen Kontakte fürchtet, kann zu einem Knoblauchpräparat greifen. Unter der

Einnahme entsteht so gut wie keine Knoblauchfahne. Die Dragees sollen in ihrer Wirkung frischem Knoblauch nicht nachstehen, was allerdings nicht ganz unumstritten ist. Frei wird der Hauptwirkstoff des Knoblauchs, das Allicin, wenn die Zehen angeschnitten werden, heißt je stärker zerkleinert, desto mehr – am besten mit der Knoblauchpresse. Schnell entstehen diverse Schwefelverbindungen, die für die unterschiedlichen Wirkungen sorgen. Jede Form der Weiterverarbeitung beeinflusst die Wirkungsweise. Für die Verwendung von frischem Knoblauch bedeutet dies, dass Rohverzehr den vollen Genuss mit all seinen Wirkungen am sichersten gewährleistet. Die Tagesdosis für die langfristigen gesundheitlichen Effekte liegt bei durchschnittlich einer Knoblauchzehe. Beim Kochen sollte Knoblauch erst zum Schluss an das Essen gegeben werden. Öl steigert die Wirksamkeit des Knoblauchs.