EINFACHER gesund leben

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Einfacher Leben

Unsere Lebensart wird immer aufwändiger und komplexer: immer mehr vom Fortschritt und Überangebot, von Möglichkeiten, Erleichterungen und Verlockungen bestimmt. In wenigen Jahrzehnten, während einer Generation schon, ist die digitale Datenverarbeitung und das Internet unverzichtbar – und allwissend – geworden. Weltweit werden die Menschen davon erreicht und verändert. Wohin diese Veränderung führt, wird sich erweisen. Immer mehr Menschen leiden an Ängsten und Depressionen, an Verunsicherung und Überforderung.

Sehnsucht nach einfachem Leben

Immer noch gibt es aber die Sehnsucht nach dem einfachen Leben. Kann das in unserer Zeit überhaupt noch erreicht werden? Der äußere Fortschritt ist übermächtig geworden. Keiner kann ihn mehr aufhalten. Zumal die Mehrheit mehr davon will und damit auf Besserung hofft. Zweifellos hat der Fortschritt nicht nur neue Gefahren und Zerstörungen, sondern auch Errungenschaften für das Leben der Menschen erbracht. Von denen etliche Mitmenschen profitieren – und gleichzeitig daran leiden. Während Menschen in anderen Regionen wenig davon profitieren und schwer darunter leiden. Dem Erdklima, der Tier und der Pflanzenwelt hat der Fortschritt der Menschheit gewiss nicht gut getan. Woran neue Abgasvorschriften für Dieselfahrzeuge wenig ändern können. Hilfreicher wäre es, auf unnötiges Umherfahren zu verzichten.

Weniger kann mehr sein

Weniger Konsum und Verbrauch ist aber in unserer Gesellschaft wie in der Politik kein populäres Thema. Die persönliche Entscheidung für Weniger kann aber außerordentlich befreiend sein. Das muss wirklich kein Eremitendasein in einsamer Klause werden. Auf lebenswichtige Geräte, Hilfsmittel und Produkte absolut zu verzichten, wäre töricht. Wirklich notwendig ist der bewusste, verantwortliche und daher sparsame Gebrauch dieser Dinge. Wobei klar wird: Weniger kann mehr sein.

Brauchen wir alles, was uns angeboten wird?

Anderenfalls kaufen und haben wir viele Dinge, die wir kaum oder gar nicht brauchen. Was schließlich dazu führt, dass die Dinge uns haben und „zumüllen“. Und uns die Zeit für Besinnung und Ruhe nehmen. Viele Menschen in unserer Zeit haben (und geben) gar keine Ruhe mehr – sie sind nur noch getrieben. Sie sind zum Opfer ihres Habenwollens und ihres Besitzes geworden.

Als Treiber fungiert da geschäftstüchtige Industrie, die im gesättigten – längst übersättigten – Markt ständig mit Innovationen (Neu! Neu! Neu!) und psychologisch geschickter Werbung aufwartet. Deren Hauptbotschaft ist, mit dem Kauf des jeweils neuesten Produktes könne man nunmehr das Leben schöner, eleganter, effektiver oder gar besser machen. Das war zwar auch schon von dem vorhergehenden Produkt behauptet worden, das von da an als veraltet gilt. Selber mag ich Bewährtes nicht wegwerfen (auch wenn das als umweltfreundliches Entsorgen verharmlost wird), um Neues zu kaufen. Trotzdem kam ich nicht umhin, kürzlich meinen ISDN-Telefon- und Internetanschluss durch einen neuen IP-basierten Anschluß ersetzen zu lassen. Anderenfalls wäre meine Verbindung gekündigt worden. So gibt es etliche Zwänge, die vielleicht zu technischer Verbesserung verhelfen. Aber zu sonst nichts.

Was brauchen wir wirklich?

Eigentlich brauchen wir wenig. Essenziell ist unbelastete Luft, sauberes Wasser, Licht, ab und an Wärme, ausreichend pflanzliche Nahrung und gerne ein Dach über dem Kopf (als sicheres Wohnen hatte Martin Luther das benannt), für das wir, wie auch für unsere Nahrung gern arbeiten. Und dazu gerne Ruhe und Gesundheit, anderenfalls medizinische Hilfe. Im Ranking vieler Mitmenschen steht aber ganz oben der Wunsch nach mehr Geld. Die Europäische Zentralbank erzeugt unvorstellbar große Mengen davon. Die irgendwann wohl wieder eingesammelt – oder entwertet – werden müssen. Bis dahin soll damit die Inflation angeregt werden.

Auch im modernen Sozialstaat ist nicht nur Solidarität und Barmherzigkeit, sondern auch ziemlich viel Geld erforderlich. Es kommt aus Beiträgen, Abgaben und Steuern und darüber hinaus aus Staatsanleihen. Dass Bedürftigen und Kranken unsere Hilfe nicht nur mit Sachleistungen (Nahrung, Wohnen, Pflege, medizinische Versorgung) sondern auch mit Geld zusteht, ist selbstverständlich. Niemand soll mehr mit Almosen abgespeist werden.

Generationengerechtigkeit

Nun verspricht der ehemalige Präsident des Europäischen Parlamentes in seiner Bewerbung das Kanzleramt mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Kostenfreiheit. Hintergründig geht es auch da um mehr Geld. Das aus anderen Quellen abgezweigt werden müsste. Ungerecht wäre es, künftige Generationen mit den Kosten für heutige Wohltaten und Staatsschulden zu belasten. Gewiss muss unser Sozialsystem laufend justiert werden, schon wegen stets steigender Anforderungen und Kosten. Völlig ungerecht ist es jedoch nicht. Ungerecht ist die globale Ausbeutung, an der auch die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land beteiligt sind, indem sie Produkte kaufen, für deren Anbau bzw. Herstellung in den Ursprungsländern absolut unzureichender, nötigender Lohn (Hungerlohn) gezahlt wird.

1-Dollar-Revolution

In ihrem Buch „Die 1-Dollar-Revolution“ schreiben die Autoren Peter Spiegel und Georgios Zervas: „ … ein globaler Mindestlohn von einem Dollar pro Stunde würde die Schande menschenunwürdiger Armut in kürzester Zeit und weltweit in die Geschichtsbücher verbannen. Ein ganzes Bündel weiterer Menschheitsprobleme würde mit verschwinden: Flucht, Unterernährung, kriegerische Konflikte und Umweltzerstörung. Die gesamte Menschheit könnte vom ersten wirklich sozialen Weltwirtschaftswunder enorm profitieren. Denn ein solcher Mindestlohn wird das Einkommen von mehr als 1 Milliarde Menschen über Nacht mehr als verdoppeln.

Die Armen hätten plötzlich menschenwürdige Entwicklungsperspektiven in ihrer Heimat – was auch unserer Wirtschaft und Gesellschaft zugutekäme.“ Ob diese Utopie, in der etliche Konjunktive stehen, in Erfüllung geht, hängt mit von unserer Entscheidung ab, zu teilen und abzugeben. Statt immer nur zu verlangen. Dafür wäre hierzulande keineswegs mehr Konsum erforderlich, wohl aber Preisgerechtigkeit. Gute und notwendige Produkte zum fairen Preis zu erwerben, ist in Ordnung. Mit deren bewusstem und sparsamem Gebrauch ist Erzeugern und Anwendern gedient. Hingegen verlockt, was billig oder gar kostenfrei ist, zu unnützem Konsum und zu Missbrauch. Auch im Bereich der sozialen Krankenversicherung ist manche Rezeptforderung und manche Maßnahme fragwürdig.

Wer selbst wenig braucht und möglichst gesund ist, wird die Zukunft leichter bestehen können. Wobei Gesundheit nicht allein aus dem Konsum von Medizin entsteht.

Der Reichtum des Menschen bemisst sich nach den Dingen, auf die er ruhigen Herzens verzichten kann

Dies hatte John Steinbeck erkannt. Das Schlüsselwort dieser Einsicht ist: ruhigen Herzens. Wer ruhigen Herzens ist, kann auf vieles gelassen verzichten. Gelassen sein ist der Gegenpol zum Getrieben werden. Wobei die Getriebenheit vieler Mitmenschen nicht nur von außen, sondern manchmal noch mehr ihrem Inneren kommt. Zum Bestehen des Lebens ist Gelassensein wirksamer als ängstlich, aufgeregt, besorgt, nervös und gestresst zu sein. Verzichten und gelassen sein bedingen sich wechselseitig.

Selbstbeschränkung ist kein Verzicht

Verzichten ist eine Art der Problemlösung die in unserer Gesellschaft unpopulär ist. Gilt es doch da, alle Möglichkeiten für sich selber voll auszuschöpfen. Obgleich der wirkliche Bedarf der meisten von uns mehr als gedeckt ist. Viele sind längst übersättigt. Deshalb locken Anbieter entweder mit „sensationellen“ Neuheiten oder mit Schleuderpreisen. Ob all die Innovationen der Digitalbranche wirklich notwendig für den Menschen sind, oder letztendlich belastend und schädigend, wird selten gefragt.

Die Euphorie dazu ist mächtig. Gewiss kann das Internet nützlich und hilfreich sein, aber auch Schaden stiften. Mehr Frieden daraus und mehr Herzensruhe ist bisher nicht entstanden. Für den inneren Frieden ist ohnehin jede(r) selbst verantwortlich. Sich auf das Notwendige zu beschränken, trägt ganz wesentlich zum inneren Frieden bei. Aber was und wie viel davon ist wirklich notwendig? Für Durstende ist es Wasser, für Hungernde Nahrung, für Kranke Heilung. Zudem ist Frieden, Freiheit, Sicherheit, Solidarität, Arbeit und Nachhaltigkeit notwendig für alle. Selbstverständlich gehört auch der Schutz für Vertriebene und Verfolgte dazu, aber nicht die Versorgung von Trittbrettreisenden und Terroristen.

Global leiden immer mehr Menschen an Hunger und Not, während unsere Gesellschaft nach Geld und Konsum strebt. Diese Not zu lindern, ist unsere selbstverständliche Pflicht. Zwar kann keine(r) von uns die ganze Welt retten. Im Verbund können wir jedoch einiges dazu beitragen. Der Verzicht auf alles Unnötige ist unser elementarer Beitrag dazu. Unser Fußabdruck in der Ökologie kann kleiner und weniger tief werden.

Brauche ich das wirklich?

Aus gutem Grund ist hier keine Liste des Unnötigen beigefügt. Die Seiten in diesem Heft würden dafür nicht ausreichen. Vor allem will ich mir nicht anmaßen, zu befinden, was Sie für unnötig erachten und was für notwendig. Vielleicht finden Sie aber mit diesem Text ein wenig Anregung, vor jedem Kauf und Verbrauch zu überlegen: brauche ich das wirklich und wofür? Allmählich kann so das Bewusstsein wachsen, Vieles nicht zu benötigen. Dass immer mehr Konsum und Verbrauch nicht notwendig ist und auch nicht glücklich macht, wird kaum noch bezweifelt. Aber selten beherzigt. Allzu verlockend sind viele Angebote und „Schnäppchenpreise“. Die Annahme, man könne sparen, indem man mehr davon kauft, ist töricht. Gerade das Internet verführt zu solchen Aktionen. Der Preis für (vermeintlich billiges) Unnötiges ist tatsächlich sehr hoch. Er resultiert aus der „Vermüllung“ des Alltags, dem Verlieren von Übersicht und aus dem Vernichten von Lebenszeit.

Billiges können wir uns nicht leisten

Inzwischen wächst jedoch wieder das Bewusstsein, dass Qualität weitaus wichtiger als Quantität ist. Und Gesundheit weitaus wichtiger als Konsum ist. Meine Großeltern lebten mit ihrer kleinen Landwirtschaft mühsam, jedoch autark, zufrieden und dankbar. Ruhigen Herzens. Sie besaßen nur wenige, jedoch gute und wichtige Dinge. Eines ihrer Grundprinzipien war: Billiges können wir uns nicht leisten.

Wer sich für das wirklich Notwendige – und daraufhin gegen das Unnötige – entscheidet, wird einfacher und weniger belastend leben. Geht es doch bei dieser Entscheidung nicht nur um den Verzicht auf unnötige Dinge, auf unnötigen Konsum und Verbrauch. Sondern auch um den Verzicht auf unnötige Ängste und Depressionen.

Angst – Wenn der Blick für das Wesentliche verlorengeht

Die Anmutung, auf Angst aktiv zu verzichten, mag frivol scheinen. Fühlen sich doch viele Mitmenschen passiv und hilflos von Ängsten und Depressionen befallen. Ursprünglich war Angst ein Schutzreflex vor drohender Gefahr. Nun wird das Leben aller Menschen in unserer Gesellschaft bestmöglich geschützt und erhalten. Dennoch leiden mehr Mitmenschen an Ängsten und Depressionen (und Zwängen). Gewiss können manche Entwicklungen in unserer Zeit ängstigen. Diese Entwicklungen können wir aber zumindest im eigenen Bereich mit sinnvoller Aktivität, die aus Gelassenheit erwächst, eher ändern als mit Angst. Ohnehin geht es in mancher Angst nicht so sehr um die Sorge wegen dieser Entwicklung, sondern mehr um das Selbst.

Da kann der Schlüsselsatz hilfreich sein: Hinter jeder Angst steckt ein Wunsch. Und wahrscheinlich auch hinter mancher Depression. Wenn es gelingt, diesen Wunsch bewusst zu erkennen, und ihn selbst zu erfüllen – oder (etwas weniger wirksam) von anderen erfüllt zu bekommen, nimmt diese Art von Angst ab. Aber sogar in unserer Fortschritts – und Wohlstandsgesellschaft mit ihrem Motto „Nichts ist unmöglich“ kann nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Zumal den Wünschen, die von anderen erfüllt werden, gewöhnlich sieben weitere nachwachsen. Alternativ kann auf den Wunsch und weiterhin gar auf alles Wünschen und Verlangen weitgehend verzichtet werden. Das mag armselig oder weltfremd erscheinen, ist aber befreiend. Gerade daraus erwächst Gelassenheit und lebensfördernde Aktivität. Und inneres Reichsein, das Teilen und Geben ermöglicht.

Basisprogramm – Orientierung auf besondere, wirksame Naturstoffe

Leinöl, Grüntee & Curcumin Zudem ist Gelassenheit ein wesentlicher Faktor für das Gesundwerden und Gesundbleiben. Andererseits steckt hinter vielen Zivilisationskrankheiten permanente Anspannung und Überforderung. Ideal für die Gesundheit ist es Zusammenwirken von Gelassenheit mit essenziellen Naturstoffen. Erfahrene Anwenderinnen und Anwender des Basisprogramms für längere Gesundheit wissen, dass vor allem das Leinöl und der Grüntee sowie Curcumin (aus Kurkuma) ebenfalls zur Gelassenheit beiträgt. So verstärkt sich mentale Einstellung, Natur und Gesundheit synergistisch und wechselseitig.

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.