Forum: Oxidiertes LEINÖL

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Leinöl

Jeden Monat erreichen uns unzählige Leserbriefe, die wir alle mit großer Freude lesen und prüfen. Damit auch andere Leser von den Einsendungen profitieren können, beantworten wir die spannendsten Gesundheitsfragen hier im „Forum“. Für mehr Durchblick im Informationsdschungel und ein gesünderes Leben! Heute geht es um Leinöl!

Eine Leserin schrieb:

„Dr. Mohr stellt ja in reformleben immer wieder die Wichtigkeit von Leinöl heraus. Ich habe das auch immer so gesehen und danach gehandelt. Jetzt las ich in dem Buch „Stopp Alzheimer“ von Dr. Bruce Fife, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren sehr stark dem Oxidationsprozess unterliegen und dann umso gefährlicher für den Körper sein können, weil sie freie Radikale bilden (Lipidperoxidation).

Ich kann das nur laienhaft ausdrücken, aber stark verunsichert hat mich, dass man praktisch nicht merkt, wann ein Leinöl schon oxidiert ist. Es beginnt ja sofort nach der Pressung, mit dem Kontakt zu Sauerstoff, Licht, Wärme etc. Wenn es abgefüllt in den Regalen des Supermarktes steht, ist es teilweise schon voller freier Radikaler, obwohl man nichts merkt und es frisch riecht. Meine Frage ist, wie man es verhindern kann, seinem Körper ernsthaft Schaden zuzufügen, ohne es zu merken. Und ist es überhaupt möglich, ein garantiert frisches Leinöl zu kaufen, wenn man nicht direkt neben einer Ölmühle wohnt?“

Meine Antwort darauf ist:

Auch das ist eine notwendige Frage. Leinöl enthält rund 60 (bis 70) Prozent Alphalinolensäure, die essenziell für die Gesundheit ist. Diese dreifach ungesättigte (drei Doppelbindungen) Fettsäure ist hochreaktionsfähig und daher sehr empfindlich gegen Oxidation. Deshalb finden sich in Leinölen, die qualitativ minderwertig sind und/oder nachlässig bzw. lange gelagert wurden, gesundheitsschädliche Hydroperoxide. Wer Leinölerfahrung hat, erkennt diese Öle am bitteren und kratzenden Geschmack. Hingegen schmeckt frisches hochwertiges kaltgepresstes Leinöl nussartig, an den Duft von sonnengetrocknetem Heu erinnernd.

Die sensorische Prüfung alleine ist aber nicht zuverlässig. Hochwertiges Leinöl ist der Gesundheit sehr zuträglich. Minderwertiges Leinöl ist der Gesundheit abträglich.

Hochwertiges Leinöl kommt aus
  • zertifiziert biologisch angebauten Leinsamen
  • schonender Kaltpressung
  • sofortiger Abfüllung in kleine, wenig lichtdurchlässige Glasflaschen
  • unter Schutzatmosphäre
  • kühler Lagerung in den Verkaufsstellen (unter 10˚C)
  • möglichst kurzer Zeit zwischen Kaltpressung und Abgabe

Derartiges Leinöl ist wegen seiner Qualität und seiner Wirkung für die Gesundheit seinen Preis wert und so im Reformhaus erhältlich. Daher müssen sie nicht direkt neben irgend einer Ölmühle wohnen und sich auch nicht für das Leinöl entscheiden das in den Regalen des Supermarktes steht.

Dr. med. Klaus Mohr
Facharzt für Allgemeinmedizin Seit 1981 Hausarzt in Landpraxis, bemüht um die Integration von wissenschaftlicher Medizin und Naturheilkunde, um ganzheitliches psychosomatisches Verständnis, um Ernährungslehre und präventive Anwendung von Naturstoffen. Bis 1990 auch Dozent an der Reformhaus-Fachakademie. Seit 2005 weiterbildender Arzt im Fach Allgemeinmedizin. Publikation gesundheitsfördernder Informationen in der Zeitschrift reformleben. Und immer noch Hausarzt.