Beweglich werden und bleiben

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Beweglich zu sein, erleichtert uns nicht nur den Alltag, sondern schützt auch vor Verletzungen. Falls Sie beispielsweise ausrutschen, können Sie als beweglicher Mensch oft Ihr Gleichgewicht wieder ausbalancieren und einen Sturz vermeiden. Falls es doch zum Sturz kommt, sind Ihre Bänder und Sehnen dehnbarer und reißen nicht so schnell. Zum Glück lässt sich die Mobilität gut und auch ohne großen Aufwand verbessern.

Beweglich bleiben

Damit Sie sich geschmeidig nach unten beugen, nach oben recken oder Ihren Oberkörper drehen und zurückschauen können, muss das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Faszien, Bändern, Sehnen und Gelenken klappen. Sie alle müssen gegeneinander gut beweglich sein statt spröde oder verklebt, wie es leider häufig der Fall ist. Das erreichen Sie nur durch eine gute Versorgung dieser Strukturen mit Nährstoffen und Sauerstoff. Genau dazu ist Bewegung unabdingbar. Denn jede noch so kleine Bewegung „pumpt“ in die betroffene Region mehr Gewebsflüssigkeit und Blut – das sind die Transportmittel für Nährstoffe und Sauerstoff.

Gleichzeitig entsteht durch Bewegung Wärme im Körper. Sie vermindert die Zähigkeit der Körperflüssigkeiten. Denn ähnlich wie bei einem Automotor und seiner Versorgung mit Öl spielt die Viskosität auch in unserem Organismus eine wichtige Rolle: Wenn alles gut fließt, läuft alles wie geschmiert, weil die Versorgung stimmt. Dann quietschen oder knacken weder Bänder noch Gelenke. Am Beispiel der Gelenke ist das gut nachzuvollziehen:

Nur durch Bewegung gut versorgt

Alle Gelenke – auch die kleinen Facettengelenke Ihrer Wirbelsäule – sind dort, wo die Knochen aufeinanderstoßen, von Gelenkknorpel überzogen und werden durch die Gelenkkapsel und die -bänder zusammengehalten. Die Innenhaut der Gelenkkapsel sondert die Gelenkschmiere ab, damit die Gelenkflächen schön gleiten können. Ein ausgeklügeltes System, das aber nur einwandfrei funktioniert, also beweglich bleibt, wenn es gut ernährt wird. Die Knorpel – alle Knorpel, aber auch die Bandscheiben und die Bänder und Sehnen, die etwas anders zusammengesetzt sind – werden durch Diffusion, also durch die Umverteilung der Stoffe von Zelle zu Zelle, mit Gewebsflüssigkeit versorgt. Jede Bewegung, die Sie machen, trägt dazu bei, denn sie „drückt“ alte Stoffe aus den Knorpelzellen heraus, sodass frische Nährstoffe „nachrücken“ können.

Mit Bewegung Gelenke jung erhalten

Zwar nehmen mit dem Alter die Gelenkknorpel an Volumen und Dicke ab, aber Sie können Ihre Beweglichkeit und die Funktionsfähigkeit Ihrer Gelenke trotzdem fast jugendlich erhalten, wenn Sie für deren gute Versorgung durch Bewegung sorgen. Leben Sie bewegt! Damit Sie ohne Schwierigkeiten unterschiedliche Haltungen und Stellungen einnehmen können, also beweglich bleiben, müssen Sie sich bewegen. Wie Sie sich bewegen, ist im Grunde egal. Wichtig ist, dass Sie es über den Tag verteilt auch in Ihrem Alltag möglichst oft und auch abwechslungsreich tun. Beginnen Sie schon morgens im Bett mit einem genüsslichen und gründlichen Räkeln in alle Richtungen. Am Waschbecken können Sie ein wenig in den Knie- und Fußgelenken wippen. Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, gehen Sie zu Fuß, oder radeln Sie, und lassen Sie das Auto öfter stehen. Bauen Sie auch immer wieder gezielt folgende einfache Übungen ein:

  • Neigen Sie sich im Stehen oder im Sitzen zur Seite.
  • Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, nehmen Sie die Arme hoch und leicht nach hinten, um die Vorderseite Ihres Rumpfs zu dehnen.
  • Beugen Sie im Stehen langsam den Rumpf nach vorne, und rollen Sie Wirbel für Wirbel wieder hoch.
  • Rotieren Sie im Sitzen mit dem Oberkörper zu beiden Seiten.

Sie sehen selbst: Das sind keine schwierigen Übungen und ist kein anstrengendes Training. Es geht nur um einfache, aber effektive Bewegungen, mit denen Sie sich selbst Gutes tun. Wenn Sie mehr für Ihre Beweglichkeit tun möchten, eignen sich Dehnen, Turnen, Gymnastik, Yoga und Pilates besonders gut. Als Einsteiger sollten Sie dabei immer Wert auf einen qualifizierten Trainer legen, damit Sie die Bewegungen auch richtig ausführen. Nehmen Sie am besten an einer – meist kostenlosen – Probestunde teil.