Sesam

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„Sesam öffne dich“! Wer kennt sie nicht, die Zauberformel aus dem Märchen Ali Baba und die 40 Räuber? Sie öffnet eine Felsenhöhle mit großen Schätzen. Ähnlich groß ist der Vitalstoffreichtum der Sesamsamen.

Sesam wurde nachweislich schon vor circa 5.000 Jahren in Mesopotamien angebaut. Die frühen Hochkulturen der Ägypter, Griechen und Römer schätzten bereits den Sesam und er ist in Indien seit Jahrtausenden zu Hause. Sesamsamen kommen in den Farben schwarz und hellbraun bis goldgelb vor. Bei der bei uns weniger bekannten schwarzen Variante handelt es sich um die Urform des Sesams. Er weist eine inhaltlich noch wertvollere Zusammensetzung auf als sein heller Verwandter, schmeckt etwas herber.

Sesam möchte es zum Wachsen warm und mäßig feucht haben. Da er nur bescheidene Ansprüche an den Boden stellt, eignet er sich gut für den biologischen Anbau. Auf Düngung kann verzichtet werden, Schädlingsbekämpfung muss allerdings sein.

In Küche und Kosmetik

Sesam ist beliebte Zutat von Backwaren und Müsliriegeln. Die im Orient geschätzte Würzpaste Tahin oder Tahini ist inzwischen auch hierzulande erhältlich. Sie kann zum Beispiel in Breie und Dressings eingerührt werden oder als Aufstrich verwendet. Die gesalzene Variante eignet sich als geschmackliche Abrundung beim Kochen. Gleiches gilt für Gomasio, das ursprünglich aus Japan stammende Sesamsalz, das sich auch zum Würzen von Salat, Avocadocreme etc. eignet.

Sesamöl ist schmackhafte Salatzutat. Erhitzt werden sollte es wenn nur vorsichtig, Mindestens ebenso bedeutsam wie in der Küche ist seine Verwendung als Massageöl und Zutat für Kosmetika. Im Ayurveda gilt Sesamöl als das beste Massageöl, das tief in die Haut eindringt. Die Kosmetikindustrie setzt es vor allem bei Cremes gegen trockene Haut ein. Sesamsamen haben einen Fettgehalt von 40 bis 50 Prozent. Das Sesamfett bzw. Sesamöl besteht zu 87 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, die sich wiederum je zur Hälfte aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzen. Dabei dominiert allerdings die Omega-6-Variante, wie Omega-3-Fettsäuren lebensnotwendig, aber in der heutigen Ernährung meistens ohnehin reichlich vorhanden, während es an Omega-3-Fettsäuren fehlt. Der im Sesamöl gleichzeitig vorhandene hohe Lecithingehalt, ein Schlüsselbaustein der Zellmembranen, ist ein Pluspunkt des Sesamöls. Ein weiterer sind die vielen enthaltenen Antioxidantien, beispielsweise Selen, Vitamin E und Lignane.

Sesamsamen stellen zudem eine hochwertige Eiweißquelle dar, da sie über alle essentiellen Aminosäuren verfügen. Besonders hervorzuheben sind dabei die schwefelhaltigen Methionin, Cystein und Taurin, die für die Kollagenbildung wichtig sind und im Sesam in einem günstigen Verhältnis vorliegen.

Ausgezeichnet ist außerdem der Mineralstoffgehalt. Es gibt Calcium und Magnesium in
einem optimalen Verhältnis, so dass sie vom Körper bestens aufgenommen werden können, Eisen und Zink. Neben dem schon genannten Vitamin E stecken im Sesam eine ganze Reihe B-Vitamine und quellfähige Ballaststoffe. Sesam schiebt Stoffwechselvorgänge an.