Bergamotte – Cholesterinsenkende Wirkung

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Sinnvoll: Reduzierung des LDL-Cholesterins

Idealerweise sollten die Spiegel des LDLCholesterins im Blut um oder unter 70 mg/dl im Serum sein, um Arteriosklerose und Infarkt bestmöglich zu verhüten. Das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein-Cholesterin) wird in der Leber, genetisch und auch ernährungsabhängig, gebildet und mit dem Blut in die Organe transportiert. Wenn die Organzellen übermäßig gebildetes LDL-Cholesterin nicht mehr aufnehmen können, steigt dessen Menge im Blut an. Je höher die ist, umso wahrscheinlicher wird das LDL-Cholesterin in den Gefäßwänden abgelagert. Um die Cholesterinplaques herum entstehen dann Entzündungen, Kalkeinlagerungen und Fasereinsprossungen mit Verengung des Gefäßvolumens: die Arteriosklerose. Und daraufhin Folgeerkrankungen: Durchblutungsstörungen und Infarkte.

Deshalb ist die Reduktion der LDL-Cholesterin- Fraktion im Blutserum auf 110–100 mg/dl schon bei gesunden Erwachsenen, deren Gefäßwände noch unbelastet sind, sinnvoll. Für Patienten mit Arteriosklerose, zum Beispiel der Hals- und Hauptschlagadern und/oder der Herzkranzgefäße wird die Senkung auf 70 mg pro dl – und sogar noch weniger – empfohlen, weil in diesem Bereich Ablagerungen reduziert werden können.

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In der Regel sind dazu Statine im Einsatz, zum Beispiel Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Simvastatin oder, noch stärker wirksam, Rosuvastatin. Das sind die Medikamente, mit denen die Syntheserate von LDL-Cholesterin in der Leber durch Hemmung eines dafür benötigten Enzyms (HMG-CoA-Reduktase) gesenkt wird. Je nach Präparat und Dosierung können die Serumsspiegel von LDL-Cholesterin so um 20–54 Prozent auf Werte um 95 mg/ dl gesenkt werden. In Studien ging die Häufigkeit der tödlichen und der nicht tödlichen Ereignisse damit um 17 Prozent und die Zahl der Herzinfarkte um 47 Prozent zurück.

Aber viele Patienten vertragen – objektiv, aber auch subjektiv – Statine nicht gut. Und fragen nach Alternativen. Häufig entstanden Muskelschmerzen bis hin zu – glücklicherweise seltenen – sehr schweren Muskelschädigungen (Rhabdomyolysen), aber auch Leberbelastungen und Blutzuckererhöhungen. Ungefähr 30–40 Prozent aller statinbehandelten Patienten berichten von Nebenwirkungen. Und bei ungefähr 5–8 Prozent besteht eine absolute Statinunverträglichkeit. In der Sekundärprävention wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Statinen dennoch als positiv angesehen. Zudem empfiehlt die American Heart Association (AHA) den Einsatz von Statinen auch bei noch gesunden Erwachsenen mit LDL-Cholesterinwerten über 190 mg/dl.

Wegen potentieller Nebenwirkungen (muskuläre Symptome, Diabetesrisiko, Einfluss auf Leber- und Nierenfunktionen, verminderte körperliche Belastbarkeit und eventuelle Gedächtnisstörung) kann aber der Einsatz von Statinen in der Primärprävention grundsätzlich nicht empfohlen werden.

Natürliche Alternativen

Was kann da die natürliche Alternative zum Schutz vor der Arteriosklerose sein?
• Kalorisch knappe Ernährung
· mit relativ niedrigem Anteil von Kohlenhydraten und weitestgehendem Verzicht auf zugefügtem Zucker
· mit relativ hohem Anteil an Gemüse, Salat, Speisepilzen und Nüssen
· mit optimalem Bezug von antioxidativen Schutzstoffen aus Obst, Gemüse und Nahrungsergänzung, weil LDL-Cholesterin dadurch vor Oxidation bewahrt wird (gefäßschädigend ist erst das zitierte LDLCholesterin LDL-ox)
· mit relativ hohem Anteil omega-3-reicher Pflanzenöle
• Möglichst viel körperliche Bewegung – falls keine diesbezügliche Behinderung vorliegt, sind mehr als 10.000 Schritte pro Tag und dazu bergauf sowie mehrere Stockwerke Treppensteigen sinnvoll.
• Spezifische Pflanzenstoffe

Die Zitronen-Knoblauch-Kur

Seit Jahrzehnten von ihren Anwender(-innen) außerordentlich geschätzt ist die Zitronen- Knoblauch-Kur, der eine gute Wirkung gegen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) attestiert wird. Obgleich wir heute wissen, dass nicht so sehr der Kalk, sondern vielmehr das Cholesterin Hauptrisikofaktor der Arteriosklerose ist, ist die Wirkung dieser Kur doch nicht gering zu schätzen.

Synergistisch mit dem Allicin/Alliin des Knoblauchs wirken da die Citrusbioflavanoide, vor allem das Hesperidin, das entzündungshemmend, gefäßwanddichtend und cholesterinsenkend ist. Das heißt: Die Wirkung der Zitronen-Knoblauch-Kur ist mit den entzündungshemmenden und cholesterinsenkenden Eigenschaften beider Pflanzenarten gut erklärbar.

Die Bergamotte-Frucht

In einigen Studien wurde nun die Cholesterinsenkung durch Extrakte aus Bergamotte- Früchten nachgewiesen. Botanisch ist die Bergamotte (Citrus Bergamia) eine Hybridkreuzung aus Bitterorange (Citrus aurantium) und einer besonderen Zitronenart (Citrus media). Als Tafelobst werden die Früchte wegen ihres bitteren und sauren Geschmacks nicht verzehrt. Weithin bekannt ist jedoch deren feines Aroma vom Earl Grey Tee.

In der Volksmedizin wird das ätherische Bergamotteöl, ähnlich wie Lavendelöl, lange schon bei Nervosität und Unruhe angewendet. Dazu gab es seit einiger Zeit schon Hinweise auf gefäßschützende Wirkungen, die inzwischen in Studien überprüft worden sind. In einer Pilotstudie italienischer Kardiologen aus dem Jahr 2010 an 227 Patientinnen und Patienten mit hohem Cholesterinspiegel wurden Senkungen des Gesamtcholesterins um durchschnittlich 38 Prozent und des LDLCholesterins um 39 Prozent festgestellt.

Dr. Ross Walker, ein australischer Kardiologe, bestätigt folgendes: „Seit die kalabrische Bergamotte Ende 2010 in Australien zugelassen wurde, konnte ich erhebliche und kontinuierliche Verbesserungen bei meinen Patienten beobachten. Rund 600 meiner Patienten nehmen jetzt das natürliche Ergänzungsmittel und konnten eine Senkung ihres Gesamtcholesterinspiegels, des LDL Cholesterins sowie eine Erhöhung des guten HDL –Cholesterins verzeichnen.“

Aufgrund der Erfahrung mit diesen Patienten empfiehlt Dr. Walker die Anwendung von Bergamotte-Extrakt:
• für risikoarme Patienten oder Patienten mit Statin-Intoleranz zur Senkung des Cholesterinspiegels
• zur Kombination mit Statinen, um deren Wirkung zu verbessern, damit eine geringere Dosis verschrieben werden kann und die Nebenwirkungen so vermindert werden.

Dementsprechend wurden in einer anderen italienischen Studie mit 77 Probanden die cholesterinsenkenden Wirkungen eines Statins mit Bergamotte-Saftextrakt verglichen:
• mit 10 mg Rosuvastatin pro Tag kam es zu einer LDL-Cholesterinsenkung um 42 %
• mit 20 mg Rosuvastatin pro Tag kam es zu einer LDL-Cholesterinsenkung um 57 %
• mit Bergamotte-Saftextrakt 1.000 mg pro Tag kam es zu einer LDL-Cholesterinsenkung um 31 %
• mit Rosuvastatin 10 mg und Bergamotte- Saftextrakt kam es zu einer LDL-Cholesterinsenkung um 52 %

Von den derzeit eingesetzten Statinen ist Rosuvastatin das am stärksten wirksame.

Ergebnisvergeich

Der Ergebnisvergleich zeigt: Die Wirkung von Bergamotte-Saftextrakt (1.000 mg pro Tag) ist auch bei alleiniger Anwendung durchaus beachtlich. Anders als Rosuvastatin wird ein Großteil anderer Statine (zum Beispiel Atorvastatin, Simvastatin) und Medikamente vom Isoenzym Cytochrom-P450-Isoenzym CYP 3A4 bereits in der Darmwand teilweise abgebaut.

Bekanntlich wird dieses Isoenzym und damit der Abbau durch Flavonoide der Grapefruit (Citrus paradisi) gehemmt, wodurch die Wirkung und auch die Nebenwirkungsrate dieser Medikamente (z. B. auch von Immunsuppressiva, Nifedipin, Verapamil, PDE5-Hemmern und anderen – übrigens nicht von Amlodipin) zunimmt. Für Bergamotte-Saftextrakt sind derartige Interaktionen bisher nicht bekannt. Dennoch würde ich die Kombination derartiger Medikamente mit Bergamotte-Saftextrakt vorsichtshalber nicht empfehlen.

Darüber hinaus kann der Bergamotte-Saftextrakt, mit dem auch antientzündliche Effekte und Verbesserungen der Endothel-Funktionen festgestellt wurden, ein gutes natürliches Mittel zum Schutz vor Arteriosklerose sein, mit wichtiger cholesterinsenkender Wirkung auch für Patienten mit Statinunverträglichkeit (Endothel – dünne Zellschicht, die das Innere von Blutgefässen (Lumen) auskleidet).