Warum Bewegung so wichtig ist

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Haben Sie sich auch Anfang des Jahres vorgenommen, sich mehr zu bewegen? Was ist aus Ihren guten Vorsätzen geworden? Nichts? Dann verzweifeln Sie nicht, sondern nehmen Sie jetzt einen neuen Anlauf und gestalten Sie Ihr Leben insgesamt aktiver. Das bereitet zwar zu Beginn ein wenig Mühe, doch es lohnt sich, denn körperliche Aktivität bewirkt viel Gutes für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit – und ohne Bewegung werden wir früher oder später krank.

Mehr Muskeln

Für jede Bewegung, egal wie klein oder wie groß, wie leicht, wie schwierig oder wie anstrengend, brauchen wir unsere Muskulatur. Wenn wir aktiver werden, bildet der Körper mehr Muskeln, weil er merkt, dass sie benötigt werden. Nutzen wir sie aber nicht, baut er sie auch schnell wieder ab. Mehr Muskeln verdrängen nicht nur die Fettpölsterchen und lassen uns gut aussehen. Muskeln sind vor allem unverzichtbar, wenn wir unser tägliches Leben problemlos bewältigen wollen. Zwar denken wir beim Stichwort Muskeln zunächst an Kraft als ihre hervorstechende Eigenschaft, aber die Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit der Muskulatur sind genauso wichtig: Diese Eigenschaften lassen uns schnell reagieren, wenn etwas herunterfällt, ermöglichen uns, den anfahrenden Bus zu erwischen und sorgen für geschmeidige, fließende Bewegungen, die nicht schmerzen. Vor allem im Alter ist all das unverzichtbar, um Stürzen vorzubeugen und um den Alltag möglichst lange eigenständig bewältigen zu können.

Starkes Herz-Kreislauf-System

Körperliche Aktivität sorgt dafür, dass alle Zellen und Organe besser durchblutet werden. Eine intensivere Durchblutung wiederum bedeutet für unseren Organismus eine bessere Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, denn beides ist im Blut gelöst und wird mit seiner Hilfe durch den Körper transportiert. Auf seinem Weg aus den Zellen hinaus nimmt das Blut dann die Abfallprodukte des Stoffwechsels mit. Auch diese „Entsorgung“ wird durch die Bewegung verstärkt, sodass sich weniger „Müll“ in den Zellen ablagert. Beides, die gute Ver- und Entsorgung, unterstützt den Zellstoffwechsel und damit unser Wohlbefinden. Bei regelmäßiger Bewegung bildet der Organismus sogar neue, sehr feine Blutgefäße, sogenannte Kapillaren, damit das Blut überall gut hingelangt.

Niedriger Blutdruck

Besonders wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, sollten Sie auf körperliche Aktivität setzen: Ihr Herz muss dann mehr arbeiten und die Blutgefäße werden elastischer. Das beugt hohem Blutdruck nicht nur vor, sondern senkt ihn effektiv – meist so stark, dass Sie die Dosis von blutdrucksenkenden Medikamenten deutlich verringern oder sogar komplett darauf verzichten können. Da gerade Blutdrucksenker sehr oft Nebenwirkungen verursachen, bedeutet ein Verzicht darauf eine große Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Lebensqualität.

Tiefere Atmung

Wenn Sie sich im Alltag oder beim Sport richtig anstrengen, atmen Sie automatisch tiefer. Damit nehmen Sie mehr Sauerstoff auf und genau den benötigen all Ihre Zellen, um gut zu funktionieren. Ganz besonders profitieren unsere Gehirnzellen davon: Wie wichtig Sauerstoff fürs Gehirn ist, merken Sie schon, wenn Sie in einem stickigen Raum ein Fenster öffnen. Dieser belebende Effekt wird durch Bewegung deutlich verstärkt. Treiben wir regelmäßig Ausdauersport, verbessert sich die Lungenfunktion insgesamt: Wir atmen dann nicht nur bei Bewegung tiefer, sondern immer: Auch im Alltag und während des Schlafs wird der Körper besser mit Sauerstoff versorgt.

Gut fürs Gehirn

Das Gehirn profitiert von der stärkeren Durchblutung durch Bewegung zum einen durch das Plus an Sauerstoff (wie gerade erläutert), aber das ist noch längst nicht alles: Auch Neurotransmitter werden nun mit dem Blut schneller weitertransportiert. Diese leiten die Signale des Nervensystems ans Gehirn weiter. Passiert das durch eine bessere Durchblutung schneller, sind unsere Aufmerksamkeit und Konzentration höher und wir reagieren auch schneller. Dieser Effekt wird verstärkt durch ACTH, das Kreativitätshormon, das bei Bewegung vermehrt freigesetzt wird. Der Clou aber: Bewegung regt die Bildung neuer Nervenzellen und Synapsen an, also der Kontakte zwischen den Nervenzellen, und lässt sogar die graue Substanz des Gehirns wachsen, die aus Nervenzellen besteht. Einige Studien weisen auch darauf hin, dass Ausdauersport eine gute Vorbeugung gegen Demenz ist.

Gute Cholesterinwerte

Bewegung und Sport regen die fettspaltenden Enzyme an und das wirkt doppelt positiv auf den Cholesterinspiegel: Die Menge des „guten“ HDL erhöht sich um bis zu zehn Prozent und die des „schlechten“ LDL vermindert sich um bis zu fünf Prozent. Ist zu viel LDL im Blut, lagert es sich an den Wänden der Gefäße ab und verstopft mit der Zeit die Adern, sodass es zu Herzinfarkt und Schlaganfall kommen kann.

Niedriger Blutzucker

Wenn wir Schokolade oder Kuchen essen, nehmen wir einfache Kohlenhydrate zu uns. Daraus gewinnt der Körper Einfachzucker, die er in den Zellen in Energie umwandelt. Damit der Zucker in die Zellen kommt, benötigt er Insulin: Es schließt quasi wie ein Schlüssel die Zelle auf.

So weit, so gut. Problematisch wird es erst, wenn wir dauerhaft zu viel Zucker im Blut haben. Dann reagiert die Zelle immer schlechter auf das Insulin und wird mit der Zeit dagegen resistent.

Bei Diabetes Typ 2, das zu den Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall gehört, reagiert der Körper gar nicht mehr auf Insulin. Damit es nicht so weit kommt, hilft Bewegung. Die Zellen gewinnen ihre Sensibilität zurück und reagieren wieder auf das Insulin. Mit reichlich Bewegung können Sie die Insulinresistenz sogar rückgängig machen und dem Diabetes Typ 2 ein Schnippchen schlagen. Dazu ist allerdings alle zwei Tage Sport nötig. Zur Vorbeugung gegen Diabetes Typ 2 reicht auch regelmäßige Bewegung im Alltag aus.

Das Gewicht im Griff

Gerade in den Wintermonaten essen wir oft mehr, als wir an Kalorien verbrauchen – und je älter wir werden, desto eher entstehen Fettpolster, weil der Stoffwechsel mit den Jahren nicht mehr so schnell arbeitet. Wenn Sie sich im Alltag viel bewegen oder regelmäßig Sport treiben, regen Sie Ihren Stoffwechsel an und sorgen dafür, dass die Energie verbrannt und nicht als Polster gespeichert wird. Mit Ausdauersport bewirken Sie, dass Ihre Zellen mehr Mini-Kraftwerke zur Verwertung der Energie bilden, die sogenannten Mitochondrien. Durch Kraftsport bekommen Sie mehr Muskeln, die dann auch mehr Energie verbrauchen. Beides kombiniert ist ideal für den Genuss ohne Reue.

Gute Stimmung

Ja, das Aufraffen zum Sport fällt manchmal schwer. Aber wenn Sie das geschafft haben, dürfen Sie sich selbst auf die Schulter klopfen, stolz sein und sich freuen: Damit haben Sie schließlich schon mehr geschafft als der Großteil der Bevölkerung und Sie haben etwas Gutes für sich getan! Und nach der Bewegung fühlt sich der Körper doch einfach gut an.

Wenn wir unsere Muskeln bewegen, werden Endorphine ausgeschüttet. Das bekannteste dieser Glückshormone ist sicher Serotonin, das direkt gegen Stress und positiv auf die Laune wirkt. Hinzu kommen Dopamin und Noradrenalin, die aufmerksam, munter und heiter machen. Außerdem bauen Sie durch Bewegung Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ab. Bleiben diese dagegen im Körper, führt das zu dauerhafter Anspannung der Muskeln und darüber dann früher oder später fast immer auch zu Schmerzen. Aus diesem Grund ist körperliche Bewegung oft ein Bestandteil der Therapie bei Depressionen oder Burn-out.