Safran – Natürliche Hilfe gegen depressive Verstimmungen

01.03.25 12:00 AM Von Dr. Mathias Oldhaver

Depressionen sind eine weit verbreitete Volkskrankheit: Rund 9,49 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) ist die Zahl der diagnostizierten Erkrankungen in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichte zuletzt mit 12,5 Prozent einen neuen Höchststand. Besonders auffällig ist der Anstieg in den Coronapandemiejahren – vor allem bei jungen Menschen sowie bei Senioren über 65 Jahren. Während insgesamt mehr ältere Menschen betroffen sind, zeigt sich unter den Jüngeren eine besonders starke Zunahme. 

Eine ausgewachsene Depression (Major Depression) ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die über einen längeren Zeitraum (mindestens zwei Wochen) anhält und den Alltag erheblich beeinträchtigt. Zu den Hauptsymptomen gehören tiefe Hoffnungslosigkeit, Interessenverlust, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, starke Erschöpfung sowie körperliche Beschwerden ohne erkennbare Ursache. In schweren Fällen können auch Suizidgedanken auftreten. Hier ist auf jeden Fall professionelle Hilfe in Form von Psychotherapie und/oder medikamentöser Behandlung erforderlich. 

Demgegenüber wird eine vorübergehende Phase gedrückter Stimmung als „depressive Stimmung“ bezeichnet. Sie kann durch Stress, belastende Lebensereignisse oder saisonale Faktoren ausgelöst werden. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit und ein allgemeines Gefühl der Traurigkeit. Diese Phasen sind meist nicht dauerhaft und klingen oft nach einigen Tagen oder Wochen von selbst wieder ab. Solche „Depri-Phasen“ lassen sich gut mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Johanniskraut oder Safran lindern.

Safran als sanfte Alternative

Johanniskraut wird zwar traditionell am häufigsten zur Stimmungsaufhellung eingesetzt, birgt aber Risiken wie erhöhte Sonnenempfindlichkeit und Wechselwirkungen mit Medikamenten. Safran hingegen zeigt sich als vielversprechende natürliche Option gegen depressive Verstimmungen und kognitiven Leistungsabfall und ist daher eine gute und sanfte Alternative. 

Kostbare Heilpflanze mit langer Tradition

Safran, eine Krokusart aus der Familie der Schwertliliengewächse, ist eines der teuersten Gewürze der Welt. Die wertvollen Safranfäden werden in aufwendiger Handarbeit geerntet – für ein Kilogramm benötigt man bis zu 200.000 Blüten. Die Hauptanbaugebiete liegen im Iran und Afghanistan, doch auch im Mittelmeerraum wird Safran kultiviert. Bekannt ist er vor allem als Gewürz und Färbemittel, doch er enthält auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Crocin, Carotinoide und das Monoterpen-Aldehyd Safranal, die für seine intensiven Wirkungen verantwortlich sind.

Wissenschaftlich belegte Wirkung auf die Psyche

Safran wird seit Jahrtausenden in der Naturheilkunde verwendet, insbesondere in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda. Neuere Studien bestätigen seine positive Wirkung auf das zentrale Nervensystem und die Psyche. Die Forschung zeigt folgende Mechanismen:

- Antioxidative Wirkung: Menschen mit Depressionen haben häufig erhöhten oxidativen Stress. Safran wirkt antioxidativ und schützt Nervenzellen.

- Neuroprotektion: Safran unterstützt die Regeneration von Nervenzellen und kann so gegen neurologische Abbauprozesse wirken.

- Neurotransmitter-Regulation: Depressive Menschen weisen oft niedrige Spiegel von Dopamin und Serotonin auf. Safran kann diese Neurotransmitter erhöhen und damit die Stimmung verbessern.

Klinische Studien bestätigen die Wirkung

In einer Studie erhielten zwei Gruppen von Patienten mit milder bis moderater Depression über sechs Wochen entweder 30 mg Safranextrakt oder ein Placebo. Die SafranGruppe zeigte signifikante Verbesserungen auf der Hamilton-Skala für Depressionen. Die Wirkung von Safran wird vor allem auf die Erhöhung des Serotoninspiegels durch Safranal zurückgeführt. Zudem beeinflusst Crocin die Bildung von Dopamin und Noradrenalin, was sich positiv auf die Psyche auswirkt. Ein weiterer Vorteil: Safran zeigte in Vergleichsstudien zu herkömmlichen Antidepressiva deutlich weniger Nebenwirkungen.

Die richtige Anwendung von Safran

Einfach einige Safranfäden ins Essen zu geben, reicht leider nicht aus, um die stimmungsaufhellende Wirkung voll auszuschöpfen. Hochwertige Nahrungsergänzungsmittel mit standardisiertem Safranextrakt bieten eine effektive Alternative. Wichtig ist, auf qualitative Produkte ohne künstliche Zusatzstoffe zu setzen, die idealerweise mit Vitaminen oder weiteren Pflanzenstoffen wie zum Beispiel Rhodiola kombiniert sind.

Fazit

Safran bietet eine natürliche, gut verträgliche Alternative zur Behandlung depressiver Verstimmungen. Seine nachgewiesene Wirkung auf die Psyche macht ihn zu einer wertvollen Option für Menschen, die sanfte Methoden zur Stimmungsaufhellung suchen. Studien belegen seine Wirksamkeit, und die geringe Nebenwirkungsrate spricht für den Einsatz von Safranextrakten als natürliche Unterstützung für das seelische Wohlbefinden.

Erschienen in:

Reformleben Magazin

Ausgabe Nr. 61 (März/April 2025)

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Dr. Mathias Oldhaver

Dr. Mathias Oldhaver ist Heilpraktiker und Medizinjournalist. Er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit präventiver Medizin und Naturheilkunde.